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EG.de Wasserkühlungsteststand

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Alt 10.07.2009, 12:01   #1
Reverend Highflow
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Einleitung
Das Testsystem
CPU-Kühler-Tests
Radiatoren-Tests
Danksagung




Liebe User,

EffizienzGurus.de entwickelt sich langsam aber sicher zu einer der renommiertesten deutschen Seiten, wenn es um Hardware-Tests geht. Inzwischen testen wir zahlreiche Produkte aus den verschiedensten Bereichen und bauen diese Position weiter aus. Im Zuge dessen wollen wir uns in Zukunft wieder verstärkt einem Thema widmen, das seit jeher ein Steckenpferd und der eigentliche Ursprung dieser Präsenz ist: Der Wasserkühlung. In den vergangenen Monaten ist es hierum etwas ruhig bei uns geworden, doch der Markt schläft natürlich nicht. Die gute Nachricht: Wir schlafen ebenfalls nicht, und so wurde seit Anfang 2009 ein neues Testsystem für diesen Bereich anvisiert und schließlich umgesetzt. Dieses wollen wir euch an dieser Stelle vorstellen!

Zunächst aber noch ein paar grundsätzliche Dinge zur Testphilosophie :

Gerade beim Thema Wasserkühlung gehen die Meinungen bezüglich der "besten" Testmethode oft auseinander. Die Einen wünschen realitätsnahe Tests auf echter Hardware, andere schwören auf durch Simulatoren ermittelte Testergebnisse. So werden beispielsweise CPU-Kühler gern auf einer CPU nachempfundenen und künstlich beheizten Simulatoren getestet. Bei Radiatoren kann man hierfür beispielsweise Durchlauferhitzer verwenden.

So standen auch wir vor der Frage, wie wir künftig CPU-Kühler und Radiatoren testen wollen. Zweifelsohne haben beide Methoden ihre Vor- und Nachteile, die wir hier nicht alle auflisten wollen. Bei uns fiel die Entscheidung schließlich auf eine möglichst realitätsnahe Testumgebung. Sprich: Echte Hardware. Wir wollen damit aufzeigen, wo die Vor- und Nachteile der Komponenten im Praxiseinsatz liegen. Damit verzichten wir bewusst auf Dinge wie standardisierten Anpressdruck oder in Stufen regelbare Heizleitung. Natürlich ließen sich damit theoretische Unterschiede sehr gut aufzeigen, doch ist nicht jeder User - und schon gar nicht ein vor dem Kauf stehender Einsteiger - in der Lage, diese theoretischen Ergebnisse auf die Praxis umzumünzen. Wir aber wollen alle Zielgruppen, so auch die Anfänger, mit unseren Reviews ansprechen und anleiten. Um die Profis dabei nicht an der kurzen Leine zu halten, führen wir die Tests nach strengen Vorgaben und mit größter Sorgfalt durch. Anhänger der Tests auf Simulatoren werden auf anderen Seiten im Netz fündig. Dennoch möchten wir auch diesen Usern raten, die theoretischen Tests mit den praktischen Tests, wie sie sich in Zukunft vermehrt bei uns finden werden, zu vergleichen, um sich so ein möglichst gutes Bild von der tatsächlichen Leistung und dem möglichen Praxis-Potenzial eines Kühlers oder Radiators zu machen.

Eine weitere Besonderheit unseres Testverfahrens ist ebenfalls der Praxisnähe geschuldet: Wir testen bei sämtlichen Komponenten ausschließlich den Standard-Lieferumfang des Herstellers, es sei denn, es wird explizit angegeben. Das heißt: Wir verwenden bei CPU-Kühlern keine Backplate, solange sie dem normalen Lieferumfang nicht angehört. Bei besonders interessanten Kühlern können hiervon aber auch Ausnahmen gemacht werden, doch werden diese Ergebnisse dann gesondert aufgeführt und haben keinen Einfluss auf die Wertung. Die gleiche Regelung gilt beispielsweise auch bei Shrouds (Lüftervorkammern) für Radiatoren. Ebenfalls verwenden wir nur die mitgelieferten Halterungen und Wärmeleitmittel. Hier wird nur dann eine Ausnahme gemacht, wenn der Hersteller kein Wärmeleitmittel beilegt. In diesem Fall verwenden wir die bekannte Wärmeleitpaste Arctic Céramique.

Dieses Vorgehen ist bislang auf dem Bereich der Wasserkühlungs-Tests recht unüblich, doch verfolgen wir damit ein bestimmtes Ziel: Wir wollen das Gesamtpaket, das der Kunde für sein Geld erhält, bewerten. Ein einfaches Beispiel:

Kühler "X" hat einen sehr guten Preis, doch ist im Lieferumfang gerade das Nötigste, um diesen zu montieren. Benötigt werden allerdings ebenfalls eine Wärmeleitpaste und zur Verbesserung der Leistung wird optional noch eine Backplate angeboten, die der Kunde dann separat erwerben muß. Nicht jeder Neuling auf diesem Gebiet bringt gleich das nötige Wissen mit, um diese Dinge gleich bei der Bestellung zu berücksichtigen. Zudem hat der Käufer zusätzliche Kosten, weil er weitere Teile kaufen muss, damit der Kühler einsatzbereit ist und sogar eventuell eine Leistungssteigerung erfährt. Das Paket, was der Käufer also hier kauft, ist nur ein erweiterbares Basispaket. Daher testen wir in diesem Fall das reine Paket und verwenden eine Standard-Wärmeleitpaste.

Kühler "Y" hat im Lieferumfang eine hochwertige Wärmeleitpaste und ebenfalls eine Backplate und weitere Düsenplatten, die die Kühlleistung bei verschiedenen Prozessoren je nach Typ verbessert. Hier hat der Käufer ein vernünftig vorsortiertes Paket, welches ihm gleich die bestmöglichen Voraussetzungen für den Einsatz verschafft. In diesem Fall wird auch das Gesamtpaket getestet und bewertet.

Genug der einleitenden Worte, wir wollen unser Testsystem nun in Wort und Bild vorstellen:



Das Testsystem

Um aussagekräftige Ergebnisse auf dem für High-End-Hardware ausgelegten Gebiet Wasserkühlung machen zu können, musste natürlich Hardware mit entsprechender Abwärme her. Nur so treten etwaige Differenzen deutlich zu Tage. Unsere Wahl für die zu Grunde Plattform fiel daher auf den Sockel 1366 in Verbindung mit einer Core i7 Vierkern-CPU. Damit lässt sich CPU-Kühlern ordentlich einheizen - doch für gestandene Triple-Radiatoren oder gar noch größere Modelle ist das noch nicht genug. Bei den Testläufen für Radiatoren kommen daher noch zwei GeForce 8800 GTX im SLI als Hitzequellen dazu. Der G80-Chip kann zwar nicht mehr an der Leistungskrone kratzen, doch in Punkto Abwärme wird er nach wie vor nur von sehr wenigen Grafikkarten übertroffen und das bleibt sicherlich auch in mittlerer Zukunft so. In Verbindung mit günstigen Preisen für Karten und Kühler also die perfekte Wahl als "Einheizer" für die Radiatoren, die den Weg auf unseren Teststand finden werden. Das ist natürlich noch nicht alles, was ein funktionstüchtiges High-End-System benötigt, daher im Folgenden die vollständige Auflistung der verbauten Hardware:
  • MSI X58 Eclipse SLI
  • Intel Core i7 920 @ 3810 MHz bei 1,46 Volt Vcore
  • Crucial 3 GB DDR3 Triple-Channel Kit CT3KIT12864BA1067
  • BFG Technologies GeForce 9600 GTS (luftgekühlt) für die CPU-Kühler-Tests
  • Je eine GeForce 8800 GTX (wassergekühlt) der Hersteller Asus und BFG Technologies für die Radiatoren-Tests
  • Tagan SuperRock 880W Netzteil
Bei den häufigen Wechseln von CPU-Kühlern und Radiatoren auf einem Testsystem, wäre ein normales Gehäuse recht unpraktikabel. Fertige Benchtables, die speziell auf wassergekühlte Systeme zugeschnitten sind und gleichzeitig die Montage vom Single- bis zum Quad-Radiator zulassen, gibt es praktisch auch nicht auf dem Markt. Die Lösung: Selbst Hand anlegen. Lange Rede, kurzer Sinn - das kam dabei heraus:

Bilder


Nun wisst Ihr, womit wir testen, es fehlt also nur noch die Information wie genau wir eigentlich testen.



CPU-Kühler-Tests

Der Testverlauf läuft stets nach dem gleichen Muster ab. Zuerst erfolgt die Montage mit Wärmeleitpaste. Legt der Hersteller keine bei, verwenden wir Arctic Ceramiqué. Dann wird der Wasserkreislauf mittels Hitzeentwicklung des Prozessors 40 Minuten lang aufgeheizt, damit sich die Wassertemperatur unter Prime 95 (Custom / FFTs in Place 8K) einpendelt. Die FFTs haben wir absichtlich im Bereich 8K angesiedelt, da der Prozessor hier die meiste Hitze entwickelt.
Ist die Wassertemperatur auf einem stabilen Niveau, werden periodisch alle fünf Minuten Screenshots zur Auswertung erstellt (Dauer ca. 30 Min.) Jeder Test wird 3-4 mal mit der Pumpleistung der Laing DDC aufgenommen, danach wird dieser Test noch einmal mit der Pumpleistung einer Laing DDC Plus durchgeführt, um eine eventuelle Skalierung bei mehr oder weniger Durchfluss beobachten zu können. Für jeden Durchlauf wird der Kühler demontiert und die Wärmeleitpaste erneuert, um eindeutige Ergebnisse zu liefern.

Der Kühler wird unter mit jeder Pumpe einmal in vertikaler und einmal in horizontaler Ausrichtung montiert. Wir orientieren uns hierfür an der Anordnung der Anschlüsse auf der CPU. Sind die Tüllen waagerecht auf dem Board angeordnet und zeigen nach rechts und links zu den Seiten des Boards, so sprechen wir von horizontaler Montage. Sind die Tüllen oben und unten angeordnet und zeigen nach oben und unten zum Mainboard, so ist es die vertikale Montage. Bei Kühlern mit diagonal angeordneten Anschlüssen, orientieren wir uns anstelle der Anschlüsse am Schriftzug des Herstellers.

Bewertungskriterium ist die Temperaturdifferenz (K) des Durchschnitts der vier Core-Temperaturen des I-920 und der Wassertemperatur. Die Core-Temperaturen werden mittels Everest Ultimate ausgelesen, die Wassertemperatur mit Hilfe der Aquasuite und dem Aquaero von Aquacomputer.

Kreislauf bei CPU-Kühler-Tests:
  • Laing DDC mit Alphacool-Top einmal auf Stufe "Pro", einmal auf Stufe "Ultra"
  • Digmesa FHKUC 70 Durchflusssensor
  • CPC 12,7mm High-Flow Schnellverschlusskupplung
  • MagiCool SLIM TRIPLE 360 Radiator bestückt mit 3 Yate Loon D12SL-12 Lüftern @ 800 U/min
  • CPC 12,7mm High-Flow Schnellverschlusskupplung
  • T-Stück zur Wassertemperaturmessung
  • CPC 12,7mm High-Flow Schnellverschlusskupplung
  • Der zu testende CPU-Kühler
  • CPC 12,7mm High-Flow Schnellverschlusskupplung
  • Swiftech MCRES-Micro Rev. 2 Ausgleichsbehälter inkl. zweiter Wassertemperaturmessung
"Heizende" Komponenten im Kreislauf:
  • Intel Core i7 920 C0 @ 3810 MHz bei 1,46 Volt Vcore

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aller bisher von uns getesteten Kühler, könnt ihr hier finden.



Danksagung

Ein derartiges Testsystem mit teilweise neuester Hardware und leistungsfähigen Komponenten plus kompletter Wasserkühlung stellt natürlich einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand dar. Daher sind wir stolz und dankbar, dass einige unserer Partner uns hierbei großzügig unterstützt haben. Es handelt sich dabei um folgende Firmen:
  • Die Firma Aquatuning hat uns bei den Komponenten der Wasserkühlung sehr entgegenkommend geholfen. Besonderer Dank gebührt hier Herrn Schulze, ohne den das so sicherlich nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank!


  • MSI schaffte mit dem X58 Platinum SLI als Grundlage für das Testsystem überhaupt erst die Möglichkeit für uns, auf der aktuellen Sockel 1366 (Core i7) Plattform testen. Danke für die Breitstellung dieses fantastischen Mainboards!


  • BFG Technologies steuerte zu unserem Testsystem je eine GeForce 8800 GTX und eine GeForce 9600 GTS bei. Auch hierfür herzlichen Dank!


  • Der Speicherhersteller Crucial überließ uns sein kürzlich von uns auch mit einem Award bedachtes 3GB Triple-Channel DDR3-Speicherkit CT3KIT12864BA1067 und sorgt somit dafür, dass der Core i7 rasend schnell mit Daten gefüttert wird und so für unsere Tests gehörig ins Schwitzen kommt. Vielen Dank!



Geändert von Windstar (19.06.2010 um 18:05 Uhr)
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