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Garantie und Gewährleistung: Die Ansprüche

Dieses Thema wurde 2 mal beantwortet und 13838 x angesehen.

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Alt 21.02.2007, 11:17   #1
Administrator
Everyone's Darling
 
Benutzerbild von dracoonpit
 
Registriert seit: 09.2006
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 5.528
Ausrufezeichen Garantie und Gewährleistung: Die Ansprüche

Wir kaufen in Online-Shops, da sie die günstigen Preise haben. Wie allerdings sieht es nun mit Garantie bzw. Gewährleitung beim Weiterverkauf der Ware aus? Dazu im folgenden eine kurze Definition:

Garantie:
  • Bezeichnet die Garantie und -dauer, die der Hersteller auf ein Produkt bietet. Ein Samsung TFT beispielsweise hat 3 Jahre Garantie inkl. Vor-Ort-Austausch-Service. Diese Garantie ist unabhängig bzw. zusätzlich zu der des verkaufenden Shops.
Gewährleistung:
  • Bezeichnet die im Gesetz verankerte Pflicht für handeltreibende Unternehmen (unsere Online-Shops), die Garantieleistungen für den Kunden mit dem Hersteller abzuwickeln. So bietet beispielsweise Mindfactory 2 Jahre Gewährleistung auf alle neuen Artikel (ausgenommen tray-CPUs, die generell nur ein halbes Jahr Garantie besitzen). Die Gewährleistung tangiert nicht die Garantie des Herstellers. Bei vielen Produkten hat man noch Garantie, auch wenn die Gewährleistung des Shops bereits abgelaufen ist (z.B. 5 Jahre Garantie einer WD Festplatte, aber nur 2 Jahre Gewährleistung beim Händler).

In der Regel hat nur der direkte Käufer einen Anspruch auf Gewährleistung. Verkáufe ich also beispielsweise eine Grafikkarte mit Rechnung auf meinen Namen, hat der Käufer keine Gewährleistungsansprüche bzw. hat diese Ansprüche bei mir!
Je nach Artikel und Herstellerpolitik hat der Käufer aber Garantie. Das kann auf der jeweiligen Homepage des Herstellers überprüft werden. Hat man Artikel bei einem Händler bezogen, bietet der Hersteller in der Regel keine Gewährleistung an - die RMA muss über den Shop durchgeführt werden. Und damit das funktioniert, muss man der rechtmässige Eigentümer der Hardware sein.

Und dieses lässt sich durch eine Abtrittserklärung bewerkstelligen: Damit werden die Ansprüche, die ich als ursprünglicher Käufer habe, an den neuen Käufer abgetreten. Im Umkehrschluss sollten also auch die Käufer darauf achten, immer eine Abtrittserklärung des Verkäufers zu erhalten.

Somit sind die Ansprüche geklärt und es kommt zu keinen Problemen im Garantiefall: Ich als Verkäufer habe keine Verpflichtungen an den neuen Käufer und dieser hat die vollen Garantie/Gewähleistungsansprüche. Defekte Ware darf ich natürlich dennoch nicht verkaufen. Die obligatorische Klausel "Ich bin Privatanbieter ..." wird oft fehlgedeutet. Ist ein Artikel defekt habe ich sehr wohl die Pflicht, diesen zurückzunehmen...


Exemplarisch 2 kurze eMails bekannter Shops zu diesem Thema:

Zitat:
Zitat von Alternate
Sehr geehrter B.,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Grundsätzlich kann auch ein Dritter im Falle des Defekts Ware bei uns reklamieren.

Da die Gewährleistungsrechte jedoch beim ursprünglichen Käufer liegen, sind
wir zunächst nur berechtigt, eine Rücksendung oder eine Austauschsendung an diesen vorzunehmen.

Um die weitere Bearbeitung, insbesondere den Rückversand an den neuen
Eigentümer zu gewährleisten, benötigen wir eine unterschriebene
Abtrittserklärung, in der der ursprüngliche Käufer die Rechte und Pflichten
aus dem bestehenden Kaufvertrag an den Käufer übertägt und uns somit
bestätigt, dass dieser der rechtmäßig Eigentümer des Produkts ist.

Im Anhang dieser eMail finden Sie einen entsprechenden Vordruck für eine
solche Abtrittserklärung.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen weiterhin per eMail zur Verfügung und verbleiben


mit freundlichen Grüßen
N.S.
Zitat:
Zitat von Mindfactory
Sehr geehrter Herr B.,

eine Geltungsmachung von Gewährleistungsansprüchen steht lediglich dem
ursprünglichen Rechnungsinhaber (namentlich auf der Rechnung vermerktem
Kunden) zu.

Es gibt aber die Möglichkeit eine Gewährleistungsabtretungsurkunde, in der der
ursprüngliche Käufer dem neuen Eigentümer seine Gewährleistungsansprüche
abtritt, zu erstellen.

Ihr Mindfactory Service-Team

R.W.
Eine Vorlage für eine Abtrittserklärung findet sich im Anhang unserer Problem(-vermeidungs) FAQ. Jedoch beschränken immer mehr Online-Shops die Gewährleistung ausschließlich auf den Erstkäufer, welcher Namentlich auf der Rechnung vermerkt ist. Dies sollte ggf. Beachtung finden.


dracoonpit
__________________

Geändert von dracoonpit (30.05.2007 um 20:06 Uhr)
dracoonpit ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2008, 10:28   #2
Amateur
 
Benutzerbild von JohnWayne
 
Registriert seit: 11.2007
Beiträge: 35
Standard

Zitat:
Zitat von dracoonpit Beitrag anzeigen
So bietet beispielsweise Mindfactory 2 Jahre Gewährleistung auf alle neuen Artikel (ausgenommen tray-CPUs, die generell nur ein halbes Jahr Gewährleisung/Garantie besitzen).
Es besteht grundsätzlich auf jeden Artikel der zwischen einem gewerbetreibenden und einen Endverbraucher, diese Kette durchläuft, 2 Jahre Gewährleistung. Es könnte evtl. sein daß der Hersteller nur 6 Monate Garantie auf die tray Cpus gibt?

Man kann nicht einfach die gesetzl. Gewährleistung aushebeln. Mindfactory ist sowieso bekannt dafür, es nicht so genau zu nehmen bezgl. Garantie/Gewährleistung.
__________________
Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt
JohnWayne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2009, 13:57   #3
Könner
 
Benutzerbild von King Rodriguez
 
Registriert seit: 07.2009
Beiträge: 118
Standard

Folgendes halte ich für sehr wichtig und teile es auch mit:

Wenn man EVGA-Hardware kauft, sei es nun ein Mainboard, eine Graffikkarte oder sonst was, dann bietet EVGA die Möglichkeit auf 10 Jahre Garantie. Diese 10 Jahre Garantie sind aber mit folgenden Bedingungen verknüpft:
1. Muss man die Hardware innerhalb von 30 Tagen nach dem Neukauf (egal wo) bei EVGA registrieren.
2. Diese 10 Jahre Garantie kann nur der jenige in Anspruch nehmen, der die Hardware auf seinen Namen registriert hat.
Welche Auswirkungen haben diese Bedingungen?
1. Wenn die Rechnung zu der Hardware ohne Namen versehen ist, dann kann die Hardware nur innerhalb von 30 Tagen weiterverkauft werden, damit der Zweitkäufer noch die Möglichkeit hat, diese bei EVGA zu registrieren. In der Praxis sieht es aber eher so aus, dass Rechnungen mit Namen versehen sind bzw. dass man Hardware nicht innerhalb von 30 Tagen nach Neukauf weiterverkauft, womit man dann wieder bei 2 Jahren Standardgarantie wäre für einen Zweitkäufer.
2. Wenn die Hardware bei EVGA registriert ist und der jenige, auf dessen Namen dies geschah die Hardware verkauft, dann sind die 10 Jahre nicht auf den Käufer übertragbar, womit man dann auch wieder bei 2 Jahren Standardgarantie wäre.

Das schreibe ich, weil ich es so oft bei Ebay sehe, dass Leute EVGA-Hardware mit 10 Jahren Garantie anpreisen, das aber immer aus Unwissenheit.

Und noch etwas: Auf ausgetauschte Hardware gibt es nur die Restgarantiezeit der eingeschickten Hardware. Das durfte ich feststellen, als ich mal ein Mainbord 2 Wochen vor Ablauf der Garantie eingeschickt habe und nach ca. 4 Wochen ein nagelneues Mainboard geschickt bekam, auf das es dann aber keine Garantie mehr gab.
Das ist aber von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.
__________________
Wer andern in den Hintern tritt, den reisst das Schicksal manchmal mit !

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