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Das Auf und Ab des Ölpreises

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Alt 16.07.2009, 17:27   #1
EffizienzGuru
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Benutzerbild von Chibu
 
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Standard Das Auf und Ab des Ölpreises

Nach den letztjährigen Höhen und der bisherigen Entspannung in diesem Jahr gibt es neue Prognosen, was die weitere Entwicklung des Ölpreises angeht.

Die hoffnungsvollste (oder doch nicht?) Aussage für alle Verbraucher ist wohl folgende:

Zitat:
Zitat von T-Online
Der Rohölpreis wird dieses Jahr als Folge der Rezession noch auf 20 Dollar pro Fass fallen. Das ist die Einschätzung des früheren US-Regierungsberaters und Öl-Experten Philip Verleger. Bis zum Jahresende werde sich ein Überschuss von 100 Millionen Barrel auftürmen, der die globalen Lagerkapazitäten an ihre Grenzen stoßen und damit den Preis fallen lasse.

Ölpreis-Anstieg korrekt vorhergesagt - Verleger sagte in einem Interview mit der Wirtschaftsagentur Bloomberg, die Förderung überschreite derzeit die Nachfrage um eine Million Barrel am Tag. Verleger hat den Angaben zufolge 2007 den Anstieg des Ölpreises auf über 100 Dollar korrekt vorhergesagt.

20 Dollar zuletzt 2002 - Zurzeit steht der Ölpreis bei knapp über 60 Dollar (US-Rohöl (WTI) ), war im März aber bereits einmal auf fast 40 Dollar gefallen. Seinen historischen Höchststand hatte Rohöl im Sommer 2008 bei 147 Dollar. Die von Verleger jetzt prophezeiten 20 Dollar klingen da fast wie aus einer anderen Welt, dabei lag der Fasspreis zuletzt erst 2002 so niedrig.

OPEC müsste weiter kürzen - Zwar hat die OPEC ihre Förderung der rezessionsbedingt gesunkenen Nachfrage angepasst, aber nicht ausreichend, wie Verleger zu Bloomberg sagte: "Die OPEC erkennt nicht den Umfang an Einschnitten, den sie vornehmen müsste", nämlich weitere zwei Millionen Barrel am Tag. Das Kartell der erdölexportierenden Länder leidet traditionell unter einer mangelnden Förderdisziplin seiner Mitglieder, die ebenso abhängig vom Fluss der Petro-Dollars sind, wie die Ölverbraucher von einem kontinuierlichen Nachschub an dem schwarzen Gold.

Verleger kein Konjunktur-Optimist - Von der erwarteten Erholung der Weltwirtschaft, von der jetzt so viel die Rede ist, hält Verleger nicht viel. Auch China, das nach Ansicht einiger Experten die Rezession bereits hinter sich gelassen hat, steckt nach seiner Ansicht in der Klemme: Weil die amerikanischen Verbraucher nicht konsumieren, werden auch die chinesischen Produzenten in Mitleidenschaft gezogen.

Warmer Winter verschlimmert das Problem - Das Speicherproblem für das Rohöl gegen Jahresende ergibt sich nach Ansicht des Experten aus der Tatsache, dass zukünftige Öl-Kontrakte derzeit mehr kosten als die gegenwärtigen. Das veranlasst die Akteure dazu, jetzt Öl zu kaufen und es einzulagern. Dadurch dürften die Lagerpreise anziehen. Es sei außerdem nicht klar, ob überhaupt genügend Lagerkapazität vorhanden ist. "Wenn die Rezession andauert und es einen warmen Winter gibt, wird's schlimm", erklärte Verleger.
Chibu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2009, 17:53   #2
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Ich habe in einem Wirtschaftsmagazin (weiß leider nicht mehr genau welches, deswegen ist diese Aussage nur unter Vorbehalt) gelesen, dass
1. die Fördermenge mehr als ausreichend ist
2. die aktuell bekannten Ölfelder sind größer denn je (bezüglich Reserven)
3. die Lager für das Öl schon mehr oder weniger voll ist (das Öl wurde gekauft und eingelagert, damit nicht zu viel auf dem Markt ist, um den Wert stabil zu halten.

Was alles ganz gut zu den Vorhersagen vom Öl-Experten Verleger passt.
Therapy87 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2009, 09:53   #3
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Weiß zufällig jemand, was ein Liter Sprit eigentlich nach der Raffination kostet - ohne unsere Steuern?
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Alt 17.07.2009, 10:04   #4
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Zitat Wikipedia:

Zitat:
In Deutschland[18] gehören dazu die Umlage für die Beiträge zum Erdölbevorratungsverband mit ca. 4,10 €/1000 dm³, die Energiesteuer[19] von 654,50 €/1000 dm³ (Schwefelgehalt: 10 ppm) und - auf die Summe aller aufgeführten Preisbeiträge - 19% Mehrwertsteuer. Daraus allein ergibt sich unabhängig vom Verkaufspreis bereits ein Steueranteil von ca. 0,78 € je Liter Ottokraftstoff, zu dem dann noch der auf den Nettopreis entfallende Mehrwertsteueranteil hinzuzurechnen ist.[20] Bei einem Verkaufspreis von zum Beispiel 1,40 € beträgt deswegen die gesamte Steuerbelastung 0,88213 €.
Glaube die Faustregel waren so 2/3 sind Steuern.
__________________
"Fry, du kannst doch nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher verbringen, du musst auch mal raus und die echte Welt sehen..."

"Aber wir haben HDTV, das hat eine wesentlich bessere Auflösung als die echte Welt"
wolfram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.08.2009, 16:16   #5
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Der Ölpreis steigt längerfristig gesehen noch stark an. Diese Rezession die hier herrscht, gilt nicht für China und nicht für Indien. Was glaubt ihr was gebraucht würde, ließe man Afrika und Südamerika auch einfach so die Ressourcen nutzen. Auch die erneuerbaren Energien stecken noch viel zu sehr in den Kinderschuhen als dass sie eine ernsthafte Gefahr für den Energielieferanten Nr 1 sein könnten. Das ist in höchstens 10 Jahren der Fall.

Vielleicht fällt der Ölpreis kurzfristig auf 20€, dann steige ich definitiv mit 2000€ ein und lehne mich zurück...
35712 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2009, 17:20   #6
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Neues Futter für die Theorie aus Post 1...

Zitat:
Zitat von T-Online
Es ist ein Kaff in Oklahoma: Cushing. Doch für den Ölmarkt ist es der wichtigste Ort der Welt. Denn hier lagert das Öl, das den globalen Preis bestimmt. Und derzeit lagert hier besonders viel Öl. Die Internationale Energieagentur (IEA) schlägt Alarm. Preisverzerrungen auf dem Ölmarkt stehen voraus.


US-Öl mit großen Preisabschlägen - Wegen großer Lagerbestände im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten notiere das US-Rohöl West Texas Intermediate (US-Rohöl (WTI) ) gegenüber anderen Sorten mit abnormen Abschlägen. Das werde mittelfristig auch so bleiben. Zudem sei es wahrscheinlich, dass WTI zur sofortigen Lieferung gegenüber späteren Erfüllungen wieder an Wert verlieren werde. "Unsicherheit über physische Flüsse und Lagerkapazität könnte dazu führen, dass die Terminpreise über- und unterschießen", schreibt die IEA in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht.

WTI bald nicht mehr Referenzsorte? - Die Energieagentur greift ein Thema auf, das seit Monaten Marktteilnehmer nicht zur Ruhe kommen lässt: Die Verlässlichkeit von WTI als Referenzgröße für den Ölmarkt. Der Terminkontrakt auf das US-Rohöl wird an der New Yorker Börse Nymex gehandelt und ist der liquideste Energie-Future der Welt.

Lagerbestände auf historischem Hoch - Lieferort für WTI ist Cushing in Oklahoma. Die Lagerbestände in dem kleinen Dorf befinden sich derzeit mit 33,32 Millionen Barrel (je 159 Liter) auf einem historischen Hoch. Das führt dazu, dass das amerikanische Rohöl billiger ist als üblich. Momentan notiert WTI gegenüber dem Nordseeöl Brent mit einem Abschlag von 2,90 Dollar. Normalerweise ist WTI rund 2,00 bis 2,50 Dollar teurer. Am Donnerstag kostete das Fass US-Rohöl (WTI) -Öl 70,25 Dollar, Brent Crude Öl -Öl wurde gleichzeitig zu 73,15 Dollar gehandelt.

Keine Übersicht über konkrete Ölmenge - Die Nymex behauptet, sie liege bei 50 Millionen Barrel. Beratungsgesellschaften gehen stattdessen von 40 Millionen Barrel auf. Immer wieder ist die Rede von neuen Installationen durch Unternehmen wie Plains All American und Teppco, eine Gesamtübersicht fehlt aber. Für die IEA ist das schwer nachvollziehbar. "Die Aufsichtsbehörden in den USA denken darüber nach, wie sich über verschärfte Offenlegungspflichten und Positionsgrenzen die Transparenz verbessern und der Einfluss von Finanzinvestoren eindämmen lässt. Es wirkt vor diesem Hintergrund ironisch, dass ein Mangel an Transparenz über die Lagerkapazität in Cushing Verzerrungen beim weltweit wichtigsten Benchmark-Öl auslöst", schreiben die IEA-Experten in ihrem Bericht.

Aufsicht geht nur gegen Spekulanten vor - Bisher spielt Cushing bei den Behörden keine Rolle. Die US-Terminaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) verschärft einzig die Gangart gegenüber Spekulanten. CFTC-Chairman Gary Gensler denkt erwägt Positionslimits im Energiehandel. Außerdem sollen die Positionen von Index-Investoren offengelegt werden. Erste Fortschritte gibt es bereits: So werden in den wöchentlichen Berichten der Behörde zu den Positionen an den Terminmärkten erstmals auch Daten des Londoner Handelsplatzes ICE Futures berücksichtigt. An der ICE wird auch WTI gehandelt.

Schwache Nachfrage... - Die fundamentale Situation auf dem Ölmarkt ist laut IEA nach wie vor schwach. Im Juni ging die Nachfrage der Industriestaaten nach Öl und Produkten wie Benzin sowie Destillaten bereits den 14. Monat in Folge zurück, das Minus lag im Vorjahresvergleich bei 5,5 Prozent. Die Lagerbestände sind unverändert historisch hoch. Gegen den Trend kletterten die Vorräte in den OECD-Staaten im Juni um 8,5 auf 2749 Millionen Barrel. Damit reichen sie für knapp 62 Tage. "Der Lagerüberhang bei Destillaten, geringe Raffineriemargen legen nahe, dass die industrielle Aktivität und der Transportsektor gedrückt sind", heißt es in dem Bericht.

... aber Prognose angehoben - Wegen einer stärker als erwarteten Nachfrage aus Asien, insbesondere China, hob die IEA ihre Nachfrage-Prognose für 2009 und 2010 dennoch um 190.000 und 70.000 Barrel täglich an. Das verdeckt aber nicht, dass der Rückgang im Vergleich zu 2008 beträchtlich ist: Mit 83,9 Millionen Barrel täglich liegt der Verbrauch dieses Jahr 2,7 Prozent unter dem Niveau von 2008. Auch 2010 wird mit einem Minus von 1,2 Prozent hinter 2008 zurückbleiben.

Widersprüche in den chinesischen Daten - Hinter der starken Nachfrage in China setzt die IEA ein Fragezeichen. Sie verweist auf die schwache Entwicklung bei Gasöl, das ein Vorprodukt zur Gewinnung von Diesel und Heizöl ist. Im Juni lag der Verbrauch der Volksrepublik knapp acht Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Bis Dezember 2008 hätten sich Industrieproduktion und Gasölnachfrage parallel entwickelt, seit 2009 sei die Beziehung jedoch entgegengesetzt, schreibt die IEA. Die Organisation vermutet, dass die chinesischen Statistiken Lücken aufweisen und die Zahlen durch das Horten von Unternehmen im vergangenen Jahr verzerrt waren. "Solange chinesische Wirtschaftsdaten mit Unsicherheiten behaftet sind, ist es für Außerstehende wie die IEA schwierig, mit Vertrauen Nachfragetrends und Prognosen für die Volksrepublik abzugeben", heißt es in dem Monatsbericht.
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