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Private Rentenversicherung: Sinn oder Unsinn?

Dieses Thema wurde 8 mal beantwortet und 10219 x angesehen.

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Alt 26.12.2007, 22:30   #1
EG-Staff
 
Registriert seit: 10.2006
Beiträge: 684
Standard Private Rentenversicherung: Sinn oder Unsinn?

Hallo!


Die Kurzform: Ich habe vor knapp 3 Jahren eine Rentenversicherung abgeschlossen, wieso ist auch wurscht. Bei dieser Rentenversicherung zahle ich jeden Monat 80€ ein, nach einem Jahr steigt der Betrag um 5%. Somit zahle ich mittlerweile 92,61€, mit der Aussicht, dass ich bis ans Ende 2052/2053 (ich kann die Beitragserhöhung 3x aussetzen) ca. 185.000€ eingezahlt habe. Das habe ich Excel für mich rechnen lassen, mit Rundung auf 2 Nachkommastellen, wie es sich für Finanzkalkulation gehört.

Dann habe ich mal geschaut, was mir die Versicherung verspricht - jetzt, nach knapp 3 Jahren. Sie verspricht momentan eine Auszahlung von 426,26€ / Monat. Das lag vor 3 Jahren noch niedriger. Und ist seitdem stets gestiegen. Aber mit unstetem Faktor von ca. 3-5%. Das habe ich auf die Spitze gestrieben und geschaut, was passiert, wenn das so weitergeht. Ich kam auf eine monatliche Zusatzrente von 3089,61€. Das kann nicht sein, also ist diese Steigerung gewinnabhängig. Macht mein Versicherer also Verlust, stagniert die Steigerung.

Dann habe ich die durchschnittliche Lebenserwartung mit einfließen lassen und geschaut, wie alt ich denn werden müsste beim momentanen Stand. 101 Jahre, damit ich genau den Betrag kriege, den ich einbezahlt habe. Ich lebe aber laut der Statistik nur noch 9 Jahre nach Renteneintritt. Also müsste ich eine Monatsrente von ca. 1714€ bekommen, damit ich das bekomme, was ich eingezahlt habe. Klingt reichlich utopisch für mich.

Dann habe ich überlegt, was ich wohl mit einer Anlage als Sparbuch für das Geld kriegen würde. Im Schnitt 3% sind wohl nicht unrealistisch, auch wenn der Schnitt ab 25.000€ auf 2,5% fällt. Aber gut, zur Not splittet man vorher auf mehrere Sparbücher auf, denn % sind %.
Auf alle Fälle bin ich dann auf einen Betrag von runden 300.000€ gekommen. Vor der Rundung auf 2 Dezimalstellen waren es übrigens 295.000€, da sieht man mal was Rundungsfehler bei Zinseszinsen anstellen.
Die Rechnung ist übrigens so durchgeführt, dass ich erst im 2. Anlagejahr mit der Verzinsung beginne und jedes darauffolgende Jahr den eingezahlten Betrag addiere. In Wirklichkeit sollte also noch etwas mehr bei rumkommen, ich wollte jedoch keine Tageszinsen berechnen, denn Steuerberater steht noch nicht auf meinem "to become"-Zettel.


Und nun meine Fragen:


Lohnt eine Rentenversicherung überhaupt? Ich werde, zumal sich der Ansprechpartner meiner Versicherung auf meine Anfrage hin auch nach 2 Monaten noch nicht gemeldet hat, das Gefühl nicht los, dass ich hier verarscht werde bzw. mich verarschen lasse. Wenn ich die gleichen Beträge auf Sparbücher zahle, habe ich wesentlich mehr Gewinn, Flexibilität, Handlungsspielraum, weniger Kosten, sterbe ich, fällt auch wirklich das ganze Geld in von mir bestimmte Hände und nicht nur ein Bruchteil.

Sehe ich das so richtig?


Habe ich Vorteile einer Rentenversicherung übersehen?


Könnte ich diese Versicherung (ca. 3000€ stecken drin) an jemanden verkaufen, anstatt sie für lächerliche 20€ Rückkaufwert von der Versicherung zu kaufen? Rückkauffirmen habe ich gesehen, doch fangen die meisten bei einem Wert von 5000€ oder gar 25000€ an.



Danke euch!
35712 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2007, 00:45   #2
EffizienzGuru
 
Benutzerbild von pvt.gwh
 
Registriert seit: 04.2007
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 283
Standard

Hallo,
Rentenversicherungen sind ein ganz heikles Thema.
Um es vorweg zu sagen: Das ganze Zahlengedöns was du schön ausgerechnet hast, ist meiner Meinung nach hinfällig.

Das Geld, was du in eine Rentenversicherung einzahlst wäre viel klüger in Immobilien investiert, da du dort von der Inflation unabhängig wärst.

Aber bevor hier irgendwelche wilden Diskussionen starten, wäre es viel einfacher, wenn du zumindest sagen könntest, ob du selbstständig bist, oder nicht.

Desweiteren wäre es ganz praktisch, wenn man erfahren könnte, ob du in der Schweiz, Deutschland oder in Österreich geboren bist/Staatsbürger bist.
pvt.gwh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2007, 12:58   #3
EG-Staff
 
Registriert seit: 10.2006
Beiträge: 684
Standard

Jaja, wie klug Immobilien sind sieht man ja am amerikanischen Hypothekenmarkt. Spaß beiseite, aber Immobilien sind fast noch gefährlicher, es sei denn sie haben eine wirklich bombensichere Lage, beispielsweise München oder Freiburg. Und auch dann gibt es tausende Faktoren...

Wieso ist meine Rechnung hinfällig? Wegen der Inflation?

Ich bin in Deutschland geboren und plane später einmal selbständig zu arbeiten.
35712 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.08.2010, 00:08   #4
Greenhorn
 
Registriert seit: 08.2010
Beiträge: 0
Standard

Hallo,
mit dem Thema private Rentenversicherung habe ich mich in letzter Zeit auch etwas intensiver auseinandergesetzt, da ich mich gerade selbständig gemacht habe und mich darum eben auch selbst kümmern muss. Beim Recherchieren im Netz habe ich einen guten Artikel zum Thema Private Rentenversicherung Warum gefunden, den ich interessant fand.

Wenn du planst, dich selbständig zu machen, ist es sicher nicht die schlechteste Idee, dir schon vorher Gedanken drüber zu machen, wie du dich fürs Alter absichern willst - dass es ganz ohne Absicherung in den seltensten Fällen geht, ist wohl ziemlich klar, oder?
Regine80 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2011, 17:58   #5
Greenhorn
 
Benutzerbild von Mimi
 
Registriert seit: 01.2011
Ort: Köln
Beiträge: 0
Standard sehr wichtig!!!!!!!!

Eine private Altersvorsorge ist sehr wichtig, da die Bevölkerung immer älter wird und es irgendwann dazu kommen wird das 3 Arbeitnehmer einen Rentner stützen. Ich bin 24 Jahre jung und habe dieses Thema lange vor mir hergeschoben. Ich kann euch gern auch beraten, aber bitte denkt rechtzeitig dran. Denn wenn ihr dann im alter feststellt das ihr zu wenig bekommt dann ist es zu spät. Ich kann nur jedem raten früh genug dieses Thema auf zu fassen und sich sehr gut beraten lassen. Wenn ihr fragen habt, dann fragt. Ich jedenfalls bin dort wo ich bin sehr sehr gut aufgehoben. Auch ihr gehört dahin!!!!!
Mimi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2011, 12:36   #6
Greenhorn
 
Registriert seit: 03.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 0
Standard

Hallo,
ich habe mich auch gerade mit diesem Thema befasst und wenn ich jetzt ca. 75,00 € monatlich einzahle, dann habe ich später eine Zusatzrente von ca. monatl. 200,00 €. so hat es mir mein Versicherungsmensch vorgerechnet. Allerdings ist das nicht die garantierte Summe (!) die ist weniger. Also überlege ich schon, ob ich das machen soll, denn mir fehlen jetzt die 75 Euro im Monat und die spätere Auszahlung wird mich auch nicht gerade reich machen, so dass ich aus dem "Vollen" schöpfen kann. Allerdings zählt noch das Argument, dass das Geld ja nicht weg ist, wie sonst bei Versicherungen. Ich kann ja auch über das angesparte Geld dann so verfügen. So könnte man es auch als Sparvertrag sehen. Aber ich weiß trotzdem noch nicht, ob ich es machen soll. Was meint ihr?

Gruß Meik
meikelpedra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2011, 16:05   #7
EffizienzGuru
jungleBrother
 
Benutzerbild von wolfram
 
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Ort: Jena
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Die Frage ist, was ist der Betrag der später mal monatlich ausgezahlt wird dann überhaupt noch Wert. Nehmen wir mal als Beispiel 500€, die haben heute einen gewissen Gegenwert zu materiellen Gütern. Aber wie sieht dieser Gegenwert in 30 Jahren oder gar 40 Jahren aus?
Eine halbwegs an die Inflation angepasste und relativ! sichere Steigerung gibts wohl nur mit staatlichen Angeboten (Riester & Co), allerdings stellt sich auch wieder die Frage, wie sieht Deutschland in 30-40 Jahren aus. Man vergleiche nur mal den Status der USA von 2000, heute und die Prognosen für die Zukunft miteinander, da ist z.B, auch ein deutlicher Absturz erkennbar.

Ich bin derzeit 25 und schieben das Thema seit Jahren vor mir her, wirklich Vertrauen habe ich ehrlich gesagt in keine Lösung, die mir irgendein Konzern oder Staat anbieten kann. Bleiben wohl nur "kurzfristige Bindungen" von maximal 5-7 Jahren um das Geld zu verkehren und in Sachgüter zu flüchten, vorzugsweise, wie bereits genannt, Immobilien in guter Lage.
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"Aber wir haben HDTV, das hat eine wesentlich bessere Auflösung als die echte Welt"
wolfram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2011, 16:43   #8
EffizienzGuru
Admin in Rente
 
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Zitat:
Zitat von wolfram Beitrag anzeigen
...Immobilien in guter Lage.
Was ja bekannterweise auch schon oft in die Hose gegangen ist, siehe Immobilienkrise.

Inflation: Bei jährlich konstant 2% Geldentwertung benötigt man in 30 Jahren etwa 135 Euro, um die gleiche Kaufkraft von heutigen 75 Euro zu haben. Oder aber bei 1.000 Euro sind es round about 1.800 Euro. Nun soll sich jeder Gedanken machen, wie er das Ziel erreicht.

Wege gibt es viele, ob man den richtigen eingeschlagen hat, zeigt leider erst die Zukunft. Ich favorisiere eine gute Mischung aus den gegebenen Möglichkeiten (geförderte Anlagen, flexible Anlagen, künftig sicher auch (die eigene) Immobilie).

Wer nicht vorsorgt, für den gilt die Grundsicherung... herzlichen Glückwunsch.

Oder aber in jungen Jahren leben wie der Gott in Frankreich und zur "Rente" freiwillig die Segel streichen.
Chibu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2011, 20:11   #9
EffizienzGuru
jungleBrother
 
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Das stimmt natürlich, wirklich sicher ist nix
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wolfram ist offline   Mit Zitat antworten
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