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Stellungnahme: "Killerspiele"

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Alt 02.12.2009, 13:10   #1
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Standard Stellungnahme: "Killerspiele"

Killerspiele

Killerspiele werden seit dem Amoklauf in Winnenden wieder heftig kritisiert.
Da ich selbst auch Kontakt mit diesen Spielen habe wollte ich mich mit diesem Thema etwas genauer auseinander setzten.
„Killerspiele“ ist eine negative Bezeichnung für gewalthaltige Spiele, oft sind es so genannte „Ego-Shooter“. Ego-Shooter (Ich-Schütze) sind Spiele bei denen der Spieler sich frei in einer 3D-Welt bewegen kann und eine oft menschliche Figur aus der Egoperspektive steuert. Mit dieser Figur bekämpft der Spieler mit Hilfe von Waffen andere Spieler oder Computergesteuerte Gegner. Diese Spiele haben einen Marktanteil von ca. 3%.

Eines ist bewiesen, Killerspiele können zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen. Durch das intensive spielen solcher oft Nervenaufreibender Games legen einige Spieler bei ein aggressiveres Verhalten an den Tag als vergleichbare andere Personen. Ein Beispiel dafür ist eine Studie der Hochschule Hannover welche bewiesen hat, dass Spieler die sich schon als Kinder mit solch gewalthaltigen Games beschäftigt haben sind teilweise und unter bestimmten Bedingungen gewallt bereiter als jemand der noch nichts mit diesem Medium zu tun hatte.
Dies wäre auf jeden Fall ein Grund die Bestimmungen der USK zu verschärfen, um die Gewalt zu mindern.

Allerdings ist für sehr viele Menschen in Deutschland das Thema Computer-Spiele eine Grauzone sind. Wenn dann Ausschnitte aus Ego-Shootern völlig aus dem Zusammenhang, oder verfälscht im Fernsehen dargestellt werden, sind die Zuschauer schnell davon überzeugt das Killerspiele „böse“ machen.
Ähnlich ist es bei dem bekannten Politmagazin „Frontal21“ das im ZDF gesendet wird, zugegangen.
Dort wurden nicht korrekte Angaben über solche „Killerspiele“ gemacht. Szenen wurden so zusammengeschnitten oder inszeniert, dass es möglichst danach aussah, dass der Spieler Leichen schänden muss um das Spiel zu gewinnen, das bei dem gezeigten Spiel nicht der Fall war.
Auch noch sehr zu kritisieren war die Aussage das man „hilflos Krüppel“ töten müsse um das Spiel zu gewinnen. In Wirklichkeit waren es allerdings bewaffnete Mutanten, die dem Spieler in diesem Fall einfach unterlegen waren.
Solche unwahren Bericht werfen ein schlechte Licht auf die Spiele, und alle die sie Spielen. Ich würde von jemandem auch nicht viel halten der in Spielen „hilflose Krüppel“ umbringt.

Des Weiteren sagen der aller größte Teil der Spieler aus, das es überhaupt nicht um das virtuelle erleben von Gewalt geht. Viel wichtiger finden diese Spieler die Aspekte der Geschicklichkeit ,Reaktionsgeschwindigkeit, Taktik und vor allem Teamfähigkeit.
In dem zu diesem Thema oft genannten Spiel „Couter-Strike“ in dem in der Regel zwei Teams gegen einander antreten, wäre die Taktik und Teambildung nicht wegzudenken. In allen Ego-Shootern sind immer einige dieser Fähigkeiten gefordert. Viele Spieler unterhalten sich während des Spielens auch über Headsets (Kopfhörer mit Mikrofon) um besser mit ihren Mitspielern kommunizieren zu können.
Man kann daraus schließen das es eigentlich nicht um das Gefühllose töten von Menschen in solchen Spielen geht.

Alles in allem sind Computer-Spiele aus der heutigen Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Und wenn man sich überlegt das nur 3% aller Spiele ab 18 Jahren freigegeben sind, denke ich das schärfere Kontrollen beim Verkauf an der Kasse beide Parteien zufrieden stimmt. Schließlich wollen wir Spieler auch nicht das solche Spiele in Kinderhände geraten.

Seven121


Ist eine kleine Stellungnahme zum Thema "Killerspiele" die ich Übung gemacht habe.

Würd mich über konstruktive Kritik freuen, weil ich am Freitag über dieses Thema eine Arbeit schreibe.

So Arbeit heute geschrieben, hab versucht alles so wieder hinzuschreiben wies auch oben steht.

mfG Seven121
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Geändert von Seven121 (04.12.2009 um 12:36 Uhr)
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Alt 02.12.2009, 14:41   #2
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Bei der Killerspieldebatte ging es nicht ausschließlich nur um Ego-Shooter. Oft wurden auch simple Echzeitstrategiespiele wie die "seeehhhr böse" [Ironie] Command&Conquer-Reihe angebracht (Bei "Generals" und "Tiberium Wars" kann man als Terrorist Einheiten mit Bombengürtel rekrutieren, wobei ersteres in der deutschen Version durch Cyborgs und ferngesteuerte Bombenfässer entschärft wurde und letzteres USK18 bekam), andererseits aber Spiele wie Age of Empires hochgelobt, obwohl das Spielprinzip das gleiche ist: Basis- und Einheitenbau mit anschließendem Gemetzel.

Bei Call of Duty: Modern Warfare 2 kann man aber durchaus von sinnlosem Gemetzel sprechen, zumindest in einem Level. Da muss man als Terrorist einen Flughafen einnehmen. Die Details spar ich mir mal, aber in der deutschen Version ist das nur bedingt entschärft worden. Was sich das Entwicklerteam außer simpler Provokation damit gedacht hat, wissen wohl nur die allein. Von dieser Sache abgesehen ist es aber durchaus ein gutes Spiel.

Wenn man mal genauer hinschaut, ist unser USK-Modell ja nicht schlecht. An der Kontrolle hapert es gewaltig. Solange die Verkäufer aus Jobangst nem 14-Jährigen ein entsprechendes USK18- oder USK16-Spiel verkaufen oder Eltern sich nicht wirklich mit ihren Kindern beschäftigen und diesen selbst indizierte oder USK18- Spiele kaufen, ändert sich nix. Zudem macht erst das Spaß, was verboten ist. Wenn die eigenen Eltern das Spiel nicht kaufen, wird es entweder illegal gedownloaded oder beim Kumpel gezockt. Das war früher so und wird sicherlich (bei ersterem leider) auch so bleiben. Zudem finde ich es sinnfrei, Titel zu indizieren oder aus dem Regal unter den Ladentisch zu nehmen, nur weil ein paar Sachen nicht dem typischen "Spiele sind für Kinder da"-Schema entsprechen, dass noch viele unserer doch teilweise recht "alten" Politiker vertreten, andererseits aber oftmals willkürlich handelt. Manche USK16-Spiele würde man persönlich sicher eher USK12 oder USK18 zuordnen.

Gut passt zu dieser Diskussion die Geschichte aus der Schweiz in Verbindung mit der beliebten Trickfilmserie "Die Simpsons". Seit grob geschätzt 20 Jahren flimmert diese über unsere Fernseher, aber vor kurzem hat eine besorgte Mutter eine Meldung vor Beginn der Sendung erwirkt, bei der erstmal darauf hingewiesen wird, dass diese für Zuschauer unter 12 Jahren nicht geeignet sei...

Ich finde, dass jeder Erwachsene für sich selbst entscheiden sollte, was er kauft und spielt, oder was er seinen Kindern kauft. Wichtig ist hier aber, dass Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigen und diese nicht vor dem PC oder der Spielekonsole parken. Der Vater eines Kumpels zockt jedes Spiel mit seinen Kindern zumindest mit an, egal ob es sich um Benjamin Blümchen's Lernsoftware oder um Sohnemanns "FEAR" handelt. So kann er sich erstens selbst ein Bild davon machen und zweitens dafür Sorge tragen, dass diese verantwortungsvoll damit umgehen (z.B., dass die kleine Schwester nicht daneben sitzt, wenn der große Bruder grad rumballert).
Doch viel wichtiger ist die soziale Komponente. Jedes der Kinder betätigt sich irgendwo. Der eine spielt drei Tage die Woche Fussball, der nächste spielt Keyboard und die Kleine singt im Chor. Nimmt man da noch Schule und Hausaufgaben sowie Haushaltsaufgaben dazu, kann es auch nur schwer passieren, dass Einer oder Eine im Spielefieber nächtelang durchzockt und die Welt vergisst.

Zu Deiner angebrachten Studie. Wenn ich mich recht erinnere ging es dabei nicht explizit darum, dass man bewiesen hat, dass Killerspiele die Agression steigern, sondern darum, dass Personen mit Vorschädigung (also entsprechender Gewaltneigung) bei nicht ausreichendem sozialen Umgang (also eher der zurückgezogene Typus) durch Killerspiele reizbarer werden können und so einer Gewalthandlung eher zugetan sind.

Nahezu alle bisherigen Amokläufer im Schulbereich waren ausgegrenzte, psychisch noch nicht gefestigte Personen. Dazu zählt auch der aktuellste Fall mit dem Mädchen, dass Brandsätze in der Schule legen und ihr Klassenzimmer versperren wollte. Sie hatte definitiv keine "Kilelrspiele" auf ihrem PC. Ausserdem sollte man sich mal bewusst machen, wieviele Amokläufe mit Schusswaffengebrauch an die Öffentlichkeit kommen und wieviele insgesamt von Personen durchgeführt wurden, die in einem Schützenverein sind, oder im eigenen Haus ohne Probleme an eine unverschlossene Waffe kamen, sowie wie viele sich davon durch Computerspiele haben ermutigen lassen...


Soviel zu meiner Meinung dazu ^^.
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Alt 02.12.2009, 15:41   #3
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Zitat:
Zitat von Seven121 Beitrag anzeigen
...Ego-Shooter (Ich-Schütze) sind Spiele bei denen der Spieler sich frei in einer 3D-Welt bewegen kann und eine oft menschliche Figur aus der Egoperspektive steuert. Mit dieser Figur bekämpft der Spieler mit Hilfe von Waffen andere Spieler oder Computergesteuerte Gegner. Diese Spiele haben einen Marktanteil von ca. 3%. ...
Mag sein, wenn man ALLE Spiele mit einbezieht, die es in einem Saturn zu kaufen gibt. Ja, auch die alten! Ja, auch Sim City, Reiterhof 2, 3, 4, 5, 6 oder Tetris!

Bei uns im Saturn gibt es nicht nur Egoshooter ab 18, es gibt auch welche ab 16. Es gibt auch andere gewaltverherrlichende Spiele ab 16 und auch ab 18, die man nicht aus der Ich-Perspektive spielt.

Viele dieser Spiele stehen in Augenhöhe von 4-12 Jährigen Kindern. Meiner Meinung nach dort, wo sie nichts zu suchen haben. Auch leichte Softpornos findet man gut sichtbar in Greifreichweite für Kinder, aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall gibt es weit mehr als 3% gewaltverherrlichender Spiele in der Auslage.

Ich persönlich schätze das so ein, dass wir hier 5% übelst, heftigst brutale und weitere 15% andere, stark gewaltverherrlichende Spiele in den Regalen "präsentiert" haben. Vorneweg: die meisten davon PS3 Spiele.

Mag ja sein, dass ragdoll Effekte abgeschafft wurden, und dass man auch nicht mehr einfach mal so auf Menschen schießen muss, ich hab es aber noch anders in Erinnerung, wenn ich an vergangene Zeiten zurückdenke, in der so manches Kind Return to Castle Wolfenstein, Blood 2, Kingpin oder Max Payne gespielt hat und sich dann großkotzig mit seinen Zockerfreunden über die Splattereffekte unterhalten hat. Die meisten "besorgten" sich extra die englische Version, damit man auch "alles sieht". Ich nehme mal stark an, dass das heute noch genau gehandhabt wird.

Heutige Spiele (ich habe immerhin sehr alte genannt) stellen diese alten Spiele, mit ihrer veralteten Grafik (in der zum Teil noch kein Realismus erkennbar war) bei weitem in den Schatten. In Zeiten von DX11, SLI und CrossfireX Gespannen, i7 Vierkern- und bald i9 Sechskernprozessoren frage ich mich allen Ernstes, wo diese Gesellschaft hinführt?

EDIT: Ich merke gerade, dass es einigen von Euch immer nur um den Zusamenhang Amoklauf <-> Killerspiele geht. Mein Kommentar ist ausschließlich auf moralisch, ethisch <-> Killerspiele gemünzt. Man sollte den Tod eines Menschen generell nicht toll finden und erst recht nicht als Kind und das hat dann auch nichts mit einem Amoklauf zu tun.
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Geändert von grille (02.12.2009 um 15:49 Uhr)
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Alt 02.12.2009, 16:59   #4
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Ich habe früher auch ab und an mal Spiele gespielt die meiner Altersklasse nicht gerecht waren (Mutti wusste natürlich nichts davon, das hätte richtig Ärger gegeben^^),
bei mir war das aber so das ich mir über diese Spiele erstmal garkeine Gedanken in Bezug auf die Realität gemacht hab, das war einfach ein Spiel, man hat die Missionen erfüllt, danach die Rechenkiste ausgemacht und gut wars,
als ich mir dann darüber Gedanken gemacht habe war die Trennung Spiel <--> Realität noch viel klarer.
"Agressives" verhalten von Spielern kenne ich auch, aber die haben sich dann auch beim Fußball schwer drüber aufgeregt wenn man ihnen ganz Regelkonform und sauber den Ball abgeluchst hatte.
Die indizierten Spiele waren meiner Meinung nach das Gefährlichste, wenn eine bestimmte USK erreicht werden sollte, dann musste das Spiel gewisse Regularien einhalten, das Spiel war zwar immernoch brutal und es ging um Gewalt,
aber weit weniger als die Spiele wo es den Herstellern garnicht in den Sinn kam überhaupt eine Verkaufsfreigabe zu erhalten ( z.B. Postal, was ich für arg bedenklich halte, das ist ja nurnoch sinnloses rumgeballer mit allerlei Abscheulichkeiten gespickt).
Also kann ich grille da zustimmen, das das etwas mit Ethik und Moral zu tun hat, mir würde es z.B. niemals in den Sinn kommen irgendetwas aus diesen Spielen in die Realität umzusetzen, zusätzlich habe ich den Wehrdienst verweigert weil ich kein Interesse daran hege echte Waffen abzufeuern und eine Ausbildung zu erhalten wie ich im Fall der Fälle jemanden töten könnte, worauf es bei einem Soldaten ja hinausläuft.
Bestimmt 95% meines Freundeskreises sind der selben Meinung, die restlichen 5% haben den Wehrdienst absolviert und sind danach zum selben Schluss gekommen.
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Alt 02.12.2009, 17:01   #5
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Nur so nebenbei: Moral und Ethik definiert sich immer über das direkte Umfeld und die allgemeine Gesellschaft...

Die Gesellschaft an sich führt nicht woanders hin, sie entwickelt sich weiter und passt sich an.

Das mit den englischen Versionen ist heute immernoch so. Liegt aber mit daran, dass eben Verbotenes anziehender ist. Würde man den Titel gleich realistisch lassen, den USK anheben und den Aufkleber größer machen, damit ihn auch Kassenpersonal und Eltern definitiv nicht übersehen kann, wäre die Sache gegessen.

Killerspiele im weitesten Sinn befriedigen auf eine gewisse Art die menschliche Natur. Der Mensch will sich seit jeher mit anderen messen. Bei jugendlichen Männern ist dies nur noch stärker bzgl. der Gewalt ausgeprägt, da es hier um Anerkennung und Position in der Gruppe geht und "Gewalt" dabei bis zu einem gewissen Punkt normal ist (dabei meine ich Rangeleien, keine Schlägereien), da sich Männer eher über physische Stärke definieren. Spiele mit gewaltverherrlichendem Inhalt sind da lediglich eine Portierung der direkten Auseinandersetzung mit blauen Flecken und Knochenbrüchen in eine virtuelle Umgebung.
Ein Boxkampf oder ein Fussballspiel ist da im Prinzip nichts anderes.

Das der Tod eines Menschen nicht gut gefunden werden sollte, ist wohl jedem klar. Andererseits weiß jeder, geistig normal entwickelte Jugendliche und Erwachsene, dass die Figuren im Spiel rein virtueller Natur sind. Mehrere Studien beweisen, dass selbst 12-Jährige hier eindeutig unterscheiden können und dies auch tun.


Btw: Wo fängt bei Dir selbst Gewaltverherrlichung an und wo endet sie?

Wenn Kinder mit verbundenen Augen vor Freude auf eine Pinata einschlagen und Pomémon sich gegenseitig die Kopfe einschlagen, sagt keiner was dagegen. Wenn "Kill Bill" ohne entsprechende Meldung im normalen Abendprogramm läuft sagt auch keiner was. Wenn man sich auf N24 im Nachmittagsprogramm ansehen kann, wie 12 GIs eine afganischen Berg erstürmen und 1:1 nachgestellt wurde, wer wann wie starb und die Erzählenden mit freudig-blitzenden Augen in die Kamera lächeln, sagt ebenso keiner auch nur irgend etwas. Dass 12-Jährige in Schützenvereinen mit Papis Luftgewehr auf Scheiben statt auf Tauben schießen darf, findet eine sehr große Lobby auch vollkommen OK. Man muss nur mal schauen, wieviele Waffen bei den Kindern der Umgebung im Spielzeug liegen... Ich kenne keinen Jungen, der noch kein Holzschwert gebastelt hat oder eines besaß. Oder eine Spielzeugpistole mit Platzpatronen.
Wenn aber virtuelle Figuren getötet werden, ist das verwerflich...

Deshalb hier die Beantwortung der Frage, in was für einer Gesellschaft wir Leben:
Wir Leben in einer Gesellschaft, in der Soldaten nicht wissen, dass in Afganistan Krieg herrscht, aber gleichzeitig freiwillig des Geldes wegen hinfahren und hinterher sagen, dass es ihnen ja keiner gesagt hat, dass man im Einsatz verletzt werden kann. Wir leben in eine Gesellschaft, in der Kinder mit gewaltverherrlichenden Trickfilmen (man muss sich nur mal einen Nachmittag auf RTL II ansehen) vor dem Fernseher geparkt werden, anstatt auch mal mit ihnen zu spielen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Menschen in jeder Einkaufszone Werbezettel von spärlich bekleideten Frauen mit Freude annehmen, andererseits aber FKK-Strände verpöhnt sind. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Eltern hoffen, dass die Lehrer in der Schule und die Betreuer in den Kindergärten die Erziehung übernehmen, weil sie lieber an sich denken. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man ein Recht auf persönliche Freiheit hat, andererseits aber nicht selbst bestimmen darf, was man in seiner Freizeit spielt.

-> Eine Gesellschaft der Doppelmoral, ganz nach dem großen Vorbild USA, wo man nicht öffentlich "Fu**" sagen darf, andererseits aber der größte Markt an Erotikartikeln vorliegt; wo 18-Jährige in den Krieg ziehen, aber kein Bier trinken dürfen...
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smoothwater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2009, 17:24   #6
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Genau das ist es, mir wurde von meinen Eltern, aber auch von meinem Umfeld eine ich würde mal sagen Gewaltfreie Lebenshaltung vorgelebt und das prägt einen.Die Spiele hätten ja theoretisch noch viel brutaler sein können, trotzdem hätte es vom Spielspaß her nichts verändert, dabei geht es eigentlich nur um den Wettbewerb und die meisten richtig brutalen Spiele haben ne Kack Story oder eben gleich garkeine ---> langweilig.
Meine Eltern haben mit Computerspielen so garnichts am Hut, aber haben sich mit mir lange drüber Unterhalten, als ich etwa 16 war, und konnten den sportlichen Aspekt des Wettkampfes bei gewissen Spielen (speziell Counter-Strike) erkennen, das ist der Ansatz um mit diesem "Phänomen" klarzukommen, nicht einfach verbieten, seit es das Internet mit einer schnellen Anbindung für wenig Geld gibt sind Tür und Tor für illegale Kanale offen, da ist es ein Kinderspiel an die verbotenen Sachen ranzukommen.
Wenn man solche Spiele komplett vom Markt nimmt, dann müsste ja auch Räuber und Gendarm verboten sein (wer hat das denn nicht gespielt), oder auch noch Cowboy und Indianer, was noch viel schlimmer ist.
Es kommt wohl drauf an diese Spiele in den Richtigen Rahmen zu setzen und dem Alter entsprechend mit den Spielern differenziert darüber zu reden,
wenn man mir im Kindergarten gesagt hätte Cowboy und Indianer ist verboten, hätte ich das niemals verstanden=
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Alt 02.12.2009, 17:52   #7
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Danke erst ein mal an euch alle !

@smoothwater:

Zum aller größte Teil stimme ich mit deiner Ansicht vollkommen überein.
Unsere Gesellschaft ? In unserer Gesellschaft Moral ?

Die einzigen Werte in Deutschland sind: BMW, Mercedes und Porsche. Eine Materialistische Gesellschaft in der die wahren Werte verloren gegangen sind, und nur von den wenigsten erkannt werden, und von noch weniger Menschen gelebt werden.

"Er sitzt in der Zelle, die er nicht als solche begriffen hat,
Seine Stunden ticken ab auf dem Ziffernblatt,
Er blickt durch einen kleinen Schlitz in die Welt hinaus,
Der Schlitz ist von Samsung, ein Flatscreen,
Der Gefangene klebt an seim' Sitz,
Die Folter gefällt ihm auch, nichts kann ihn wegziehn,
Eine Welt die verblödet ist,
Sollt' ich jemals anzeichen zeigen so zu werden dann tötet mich!
In seiner Höhle wähnt er sich als einen König,
Klischeehafte Bilder bringen bei was schön ist,
Und Nachrichten, die zusammenfassen,
Was andere zusammenfassten, was vorher andre zennsierten,
Halten ihm in den Glauben, dem teuer erkauften,
Er gehöre zum Kreis der gut informierten Homosapiens,
Full HD Ensis,
Er kam aus dem Meer, die Couch ist sein Ende,
Dies schrieb Friedrich Kautz, die Legende,
Mein zukünftiger Leser pustet Staub von den Bänden.
"

Quelle:
http://www.magistrix.de/lyrics/Prinz...ch-405592.html

Ich selbst kann mich auch noch daran erinnern wie ich mein ersten Shooter gespielt habe. Der erste SplinterCell-Teil, der war damals bei einer GameStar DVD drauf, und ab 16.
Davor wurden nur Spiele wie Age of Empires gespielt. Das Spiel war extreeeem aufregend ! Wahrscheinlich auch weil die Eltern so ein Spiel nicht erlaubt hätten...

Aber wir tauchen hier in Gewässer auf die selbst die schlausten Köpfe dieser Welt scheitern.

Warum ich dir nicht völlig zu stimme ?

Ich kenne einige Soldaten, die sich der Gefahr in ihrem Beruf durch aus bewusst sind, und die eher Moralisch (siehe da sie existiert doch noch) handeln als aus Materialistischen Gründen. Sie ziehen in den Krieg weil sie denken das sie damit etwas gutes in dieser Welt bewegen. In wie weit das heut zu Tage überhaupt möglich ist sei mal da hingestellt.
Es gibt allerdings wirklich einige Männer die da draußen kämpfen weil sie wollen das es uns hier vielleicht besser geht, nicht in Angst wegen dem Terrorismus leben müssen. Diese Männer sind bereit für uns ihr Leben zu riskieren oder gar zu opfern, und keiner dankt ihnen dafür...

Zum Thema zurück. Wie findet ihr die Stellungnahme, sind die Argumentationen so OK für euch ?
Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen wird so oder so nicht 100% geprüft also kann man das etwas vernachlässigen. Es geht Hauptsächlich darum das die Stellungnahme auch Leute die sich nicht so mit diesem Thema auseinander setzten wie wir Gamer (obwohl das vielen Gamern auch egal ist) überzeugen. Das mit Killerspielen nicht nur Ego-Shooter waren sondern auch GTA und Co dabei waren weiß ich, aber bei Spielen wie C&C finde ich eine Solche Diskussion nicht Sinnvoll, weil das Verbot da eigentlich überhaupt nicht gerechtfertigt ist.
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Seven121 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2009, 18:59   #8
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[quote=Seven121;536929026]
Zitat:
Die einzigen Werte in Deutschland sind: BMW, Mercedes und Porsche.
3 Minuten .

@Topic (oder auch nicht...)

Meine Meinung zu den Killerspielen ist, dass Neuerscheinungen wie COD6 die Gesellschaft nicht weiter verändern, sondern dass die Spiele erst auf den Markt kommen, weil der Bedarf danach anscheinend gewaltig ist. Es gilt immer das Motto "realistischer, brutaler, besser", denn so lassen sich wunderbar Käufer ansprechen. Definitiv ist ein Problem unserer Gesellschaft, dass sie immer abgestumpfter wird, folglich müssen immer extremere Spiele her.

Ich bezweifel daher, dass Killerspiele in irgendeiner Form verantwortlich für gesteigerte Agressionen, meinetwegen auch bis hin zu Amokläufen sind. Vielmehr finden sich ohnehin schon Menschen mit hohem Agressionspotential in solchen Spielen wieder, weil sie vielleicht deren Phantasien widerspiegeln. Ganz klar sollte jeder gesunde Mensch Realität und Spiel voneinander unterscheiden und trennen können, sonst liegen die Probleme doch sowieso ganz woanders.
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Alt 02.12.2009, 21:03   #9
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@arctic
*reusper*
Das neue Album ist ziemlich gut geworden oder ?^^

Trotzdem noch ein mal zum Thema wie fandet ihr die Argumentation ?!?
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Seven121 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2009, 21:39   #10
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Super ist es auf jeden Fall, hat aber vergleichsweise wenig Klassikerpotenzial, einige Sachen aber schon. Insgesamt eher was Ruhiges, das muss auch mal sein und in sich stimmig.


Deine Stellungnahme finde ich gelungen, du machst deinen Standpunkt deutlich und begruendest diesen. Evtl haette noch drinstehen koennen, wie die Spiele uns beeinflussen, aber das finde ich muss bei einer Stellungnahme ja nicht sein und ist eher eine wissenschaftliche Frage.
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Alt 03.12.2009, 09:26   #11
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Unglücklich traurig, traurig...

Zitat:
Zitat von Seven121 Beitrag anzeigen
...Das mit Killerspielen nicht nur Ego-Shooter waren sondern auch GTA und Co dabei waren weiß ich...
Gerade DAS an ERSTER Stelle!.....

Zitat:
Zitat von arctic_storm Beitrag anzeigen
...Es gilt immer das Motto "realistischer, brutaler, besser", denn so lassen sich wunderbar Käufer ansprechen. Definitiv ist ein Problem unserer Gesellschaft, dass sie immer abgestumpfter wird, folglich müssen immer extremere Spiele her. ...
Richtig. Dem stimme ich voll zu.

.....ich hab vor kurzem bei www.youtube.de GTA eingegeben. Dort schwirren Videos zur "tollen" Grafik rum. "Guckst du sie dir doch einfach mal an!", dachte ich mir. Bei dem, wie der Spieler sein neustes GTA präsentiert hatte, konnte es einem übel werden. Der Griff zur Panzerfaust, um Autos zu beschießen, die dann samt Insassen in hohem Bogen mit viel Feuer und Rauch in die Luft flogen. Passanten wurden wahllos mit einem Schnellfeuergewehr getötet. Ein Maganzin, zwei Magazine, drei Magazine. Wer rennen konnte, rannte um sein Leben. Überall lagen Tote in den Straßen. Annahende Gesetzeshüter wurden auch ermordet. Der Fluchtwagen bestant in einem geklautem Auto, aus dem der Fahrer herrausgerissen wurde. Passanten, die im Weg standen, wurden absichtlich überfahren.
...Ja, es handelt sich hierbei um ein Spiel, das ist kein Medienbericht von einer belagerten Stadt.

Ich hab das Video einer jungen Person gezeigt, die ohne gewaltverherrlichende Spiele aufgewachsen ist. Die Person ist in keinster Weise abgestumpft, wie ich es möglicherweise bin. Die fand das schlimm, furchtbar, abartig, unnormal und widerlich, was sie sah. Die Person würde so etwas niemals "spielen" wollen, weil es den Werten wiederspricht, mit denen die Person aufgezogen wurde.

Alles nur eine fiktive, harmlose, virtuelle Spielewelt oder doch nur eine virtuelle Welt, möglichst echt - und nah - am Realismus?
Wieder frage ich: Wo bleibt dabei die Moral?
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Alt 03.12.2009, 19:13   #12
Administrator in Rente
Bughunter
 
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Welche Moral? Spiel ist fiktion - die reale Welt eine ganz andere Geschichte. (Natürlich gibt es Spiele die eine Grenze überschreiten). GTA zähle ich jetzt nicht zwingend dazu - man muss (abgesehen von einigen Missionen) nicht zwingend jemanden _virtuell_ töten und in den deutschen Versionen wird das virtuelle töten von Personen nicht belohnt.

Gut möglicherweise bin ich auch abgestumpft - trotzdem würde es mir nie im Leben einfallen im realen Leben einen Menschen zu erschießen. Frag deinen Bekannten doch mal ob er/sie früher Räuber und Gendarm gespielt hat

PS: Wo wir bei Moral sind: "Kein Sex vor der Ehe" sag ich da nur (wenn es nach den Moralvorstellungen einiger Menschen ginge). Lebst du auch danach?
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Früher im Sandkasten war das alles viel einfacher:
Da gabs was mit der Schüppe auf die Fresse ... und gut wars - aber Heute?
Werd auch du ein Guru
buyman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2009, 19:24   #13
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Ihm geht es hier eher um die nicht zu verleugnende Parallele zur Wirklichkeit. Das oben beschriebene Szenario spielt sich auf der Welt tag-täglich ab. Ob man diese Tatsache mit einem Spiel wie GTA letztendlich verharmlost, sei dahingestellt. Allerdings spielen sicher nicht alle das Spiel auf obige Weise. Die Kommerzialsierung von Terror ist dennoch meiner Meinung nach eher als moralisch verwerflich einzustufen. Das betrifft ein Spiel genauso wie die Medienberichterstattung. Deshalb spiele ich auch am liebsten Rennspiele Shooter habe ich trotzdem auch gerne gespielt, einfach weil es spannend ist, man schnell reagieren muss und Reflexe gefordert sind. Die persönliche Struktur hängt da ganz klar mit dran: Einige werden es schlicht und ergreifend "geil" finden, den ganzen Tag "Headshot!" zu brüllen und haben genetisch oder sozial bedingt schon einen Hang zur Gewaltbereitschaft. Sicher ist ein "Killerspiel" da nicht ein positiv wirkendes Mittel. Der Schritt zur Waffe aber: Wenn ein Killerspiel der Auslöser dafür sein soll - also der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat - gehe ich mit. Allerdings eben nur der Tropen, da gibt es im speziellen Fall sicher ganz andere Probleme, die gelöst werden müssen oder hätten gelöst werden müssen. Und das wird wohl kaum durch das Verbieten von Computerspielen geschehen.
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