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[User-Review] 2,5" Festplattengehäuse mit USB 2.0 + eSATA

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Alt 24.01.2010, 20:01   #1
EG-Staff
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Beitrag [User-Review] 2,5" Festplattengehäuse mit USB 2.0 + eSATA

Einleitung

Kapazitäten von Festplatten nehmen immer mehr zu. 500 Gigabyte und mehr sind heute schon Alltag. Mobil die Daten transferieren, ohne große Gerätschaften mitzuschleppen, wird immer beliebter. USB-Sticks bieten dabei leider allzu oft Einschränkungen von Kapazität und Geschwindigkeit. Auch ist das Preis-/Leistungsverhältnis ab einer gewissen Größe kaum noch gegeben. Mobile 2,5"-Festplatten sind daher meist ein guter Kompromiss. USB 2.0 ist dabei der Standard. Doch leider ist diese, mittlerweile schon gut acht Jahre am Markt präsente Technologie, bei großen Datenmengen zu langsam. Der Nachfolger USB 3.0 steht schon in den Startlöchern und versucht sich seinen Platz zu erkämpfen. Abseits von USB hat sich seit Jahren mit eSATA eine recht interessante Technologie entwickelt. Den internen SATA-Bus als externe HotPlug-Verbindung nutzen und so quasi ohne Verluste Daten zu übertragen, klingt interessant. Doch welchen Nutzen hat man davon? Wie bekommt man eine 2,5"-Festplatte mit eSATA?


In dieser Kurzreview möchte ich auf die Vor- und Nachteile von eSATA eingehen sowie drei passende Gehäuse präsentieren. Denn Festplattengehäuse ist nicht gleich Festplattengehäuse.


Infos über "eSATA"
eSATA ist die Abkürzung für "external Serial ATA". Also kurz gesagt: Die externe Ausführung des bekannten internen SATA-Anschlusses. Gedacht ist, ohne Verluste Daten auf ein externes Medium zu übertragen. Ohne Verluste geht dies nur selten, aber sie halten sich mit geschätzten <10% bei 100 MB/s noch relativ in Grenzen. Betrachtet man im Vergleich USB 2.0, hat man hier reale Übertragungsraten von max. 35 MB/s. Somit fällt der Unterschied bei eSATA meist nicht mehr viel ins Gewicht. eSATA ist von Prinzip her HotPlug-fähig. Voraussetzung hierfür ist die HotPlug Unterstützung des verwendeten Controllers. Ob dieser nun Onboard oder per Controllerkarte bereitgestellt ist, ist hier nebensächlich. Ist kein eSATA-Port vorhanden, gibt es zwei kostengünstige Möglichkeiten, diesen nachzurüsten. Entweder man verbaut einen einfachen eSATA Controller, oder man verbaut ein Slotblech, das einen internen SATA-Port nach außen führt.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. eSATA selbst liefert rein nur Daten und stellt selbst keine Stromversorgung bereit. Mittlerweile befindet sich schon eine Weiterentwicklung bei diversen Produkten wieder, eSATAp. Der powererd eSATA stellt eine Kombination eines eSATA-Ports mit einem USB-Port dar. Wobei eSATA für die Daten und USB für die Stromversorgung zuständig ist. Ebenfalls stellt die Verbreitung von eSATA einen Nachteil dar. Zwar befindet sich mittlerweile schon auf recht vielen Geräten ein eSATA-Anschluss, doch aufgrund des mangelnden Interesses an diesem Anschluss und dem Release von USB 3.0 wird eSATA wohl nie den großen Sprung schaffen.

Gesagt sei: Hat man eSATA einmal lieb gewonnen, will man es nicht mehr so schnell missen.


Kandidat 1: Akasa Integral P2NES schwarz (AK-ENP2NES)
Das erste Gehäuse im Bunde ist das Akasa Integral P2NES. Es wurde schon einmal getestet, daher spare ich mir an dieser Stelle ausschweifende Erklärungen und verweise auf die Review.

Gesagt sei an dieser Stelle aber, dass dieses Gehäuse schon zwei Festplatten und einige Monate im täglich herumgeschleppten Rucksack überlebt hat, ohne hierbei, abgesehen von kleineren Kratzern am Spiegellack, Schaden zu nehmen. Geschützt wurde es immer durch die mitgelieferte Kunstledertasche.


Kandidat 2: Raidsonic Icy Box IB-290StUS-B (20292)
Der Hersteller Raidsonic, vielen wohl mehr bekannt durch seine Produktbezeichnung "ICY BOX", bietet ein Produktportfolio rund um Festplatten und optische Laufwerke im mobilen als auch stationären Einsatz.


Mit dem IB-290StUS-B bietet Raidsonic dem geneigten Kunden die Möglichkeit, eine externe Festplatte für USB als auch eSATA zu bauen. Aber sehen wir uns zuerst einmal die technischen Daten sowie Lieferumfang genauer an:
  • Geeignet für den Einbau einer 2,5" SATA-Festplatte
  • USB 2.0 (bis 480 Mb/s) und eSATA-Anschluss
  • Front-LEDs für Gerätestatus und Zugriffsanzeige
  • Lüfterlos für geräuscharmen Gebrauch
  • Stromversorgung durch USB-Anschluss, kein Netzteil erforderlich
  • Unterstützt HotSwap
  • Kunstledertasche für den schonenden Transport
  • Abmessungen: 134x86x16 mm
  • Lieferumfang: IB-290StUS, Transporttasche, Schlüssel, Stromkabel, eSATA-Kabel und Y-Type USB-Kabel, Bedienungsanleitung

Der Lieferumfang bietet, abseits einer 2,5"-Festplatte, alles, was für einen Betrieb benötigt wird. Das Gehäuse besteht aus ca. 1 mm starkem, schwarz beschichteten Aluminium. Die aus verspiegeltem Kunststoff gefertigte Front wird von einem "ICY BOX" Schriftzug verziert. Im Betrieb leuchtet rechts davon ein blaues Power-Symbol. Am linken Rand leuchtet in rot eine Illustration eines Speichers für die Zugriffsanzeige. Auf der Rückseite befinden sich alle benötigten Anschlüsse: USB, eSATA und ein Stromanschluss für den eSATA-Betrieb.


Auffallend ist, dass von außen keine einzige Schraube sichtbar ist. Um in das Innere des Gehäuses zu gelangen, wird am besten der mitgelieferte Schlüssel(anhänger) benutzt. Mit diesem Haken lassen sich sehr leicht die beiden Verriegelungshebel herausziehen, nachdem man die Gummiabdeckung in der Mitte entfernt hat. Ist dies getan, ist es ein Leichtes, die kurze Platine aus dem Gehäuse zu ziehen. Festplatte auf den SATA-Anschluss stecken und in umgekehrter Reihenfolge alles wieder zusammenbauen. Fertig. Je nach Geschick ist dies innerhalb von ein paar Sekunden erledigt. Die Festplatte hält sehr gut in dem Gehäuse. Erst bei stärkerer Erschütterung ist ein Wackeln der Festplatte zu bemerken.


Die mitgelieferte Kunstledertasche bietet dem Käufer durch eine Gürtelschlaufe die Möglichkeit, die Festplatte an seinem Gürtel mitzuführen. Das Gehäuse selbst sitzt sehr stramm in der Tasche und es besteht so leider keine Möglichkeit mehr, ein kleines Kabel oder ähnliches mitzunehmen.



Kandidat 3: Scythe Kamazo 2 e-SATA (ESATA-KMZ2-25-BK)
Wer den Namen Scythe hört, denkt zuallererst einmal an Kühler, Lüfter oder mittlerweile auch an Boxen. Der japanische Hersteller baut seine Produktvielfalt von Jahr zu Jahr immer mehr aus. Dabei bleiben aber weder Preis noch Qualität auf der Strecke. Ob dies bei allen Produkten so ist, können wir uns anhand des Kamazo 2 e-SATA ansehen.


Die technischen Daten des kleinen Japaners sehen wie folgt aus:
  • Geeignet für den Einbau einer 2,5" SATA Festplatte
  • USB 2.0 (bis 480 Mb/s) und eSATA Anschluss
  • LED für Gerätestatus und Zugriffsanzeige
  • Lüfterlos für geräuscharmen Gebrauch
  • Stromversorgung durch USB Anschluss, kein Netzteil erforderlich
  • Unterstützt HotSwap
  • Abmessungen: 130x79x16 mm
  • Lieferumfang: Kamazo 2 e-SATA, eSATA-Slotblech, Stromkabel, eSATA-Kabel und Y-Type USB Kabel, Bedienungsanleitung, Befestigungsschrauben

Der Lieferumfang von Scythe bietet eine eSATA-Slotblende, welche bei uns sogar zweifach beigepackt wurde, um schnell einen PC mit eSATA aufrüsten zu können. Leider liefert Scythe keine Tasche mit und so ist das Gehäuse beim Transport gänzlich ungeschützt. Der Transport einer externen 2,5"-Festplatte kommt doch des Öfteren vor und hier sollte auf jeden Fall nachgebessert werden.


Sobald man das Gehäuse in die Hand nimmt, fällt einem der deutliche Gewichtsunterschied zum Mitbewerber aus dem Hause Raidsonic auf. Trotzdem keine Spur von minderer Verarbeitung bzw. schlechter Materialgüte. Das komplett in schwarz gehaltene Gehäuse weist weder Logos noch Schriftzüge von Scythe auf. Die einzige Schrift ist die Beschreibung der Anschlüsse auf der Rückseite. Neben den benötigten USB-, Strom- und eSATA-Anschlüssen befindet sich noch eine LED darauf. Im eingeschalteten Zustand leuchtet sie blau. Sobald auf die Festplatte zugegriffen wird, beginnt diese zu blinken. Für die Montage der Festplatte ist in diesem Fall ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher von Nöten. Nachdem man das Anschlusspanel samt Platine herausgezogen hat, kann man die Festplatte platzieren und von hinten mit vier passenden Schrauben befestigen. Sobald dies geschehen ist, kann man die Platine samt Festplatte in die passende Nut im Gehäuse einführen und das Ganze dann mit den seitlichen Schrauben befestigen. Die erwähnten seitlichen Schrauben sind leider sehr klein ausgefallen und bedürfen einiger Vorsicht.


Scythe hat aber mitgedacht und je Schraubenart eine Ersatzschraube beigelegt. Durch die Montage mit der Leiterplatte in die Nut bietet das Gehäuse selbst bei größeren Erschütterungen genug halt, um die Festplatte nicht klappern zu lassen.



Testbedingungen
Bei diesem Test wurde darauf geachtet, eine reale Umgebung widerzuspiegeln. Theoretische Tests sind zwar schön und gut, doch wenn die Werte in der Praxis komplett anders aussehen, ist dieser Test seine Mühe kaum wert. Grundlegend wurde folgendes System verwendet:
  • Intel Core 2 Quad Q9550
  • Abit IP35 Pro(Intel P35-ICH9R)
  • Chaintech Apogee GT DDR2-1066 4GB Kit CL5
  • Sapphire HD3870

Stromversorgung sowie Datenübertragung wurden über den internen USB-Hub eines Dell UltraSharp 2007WFP bereitgestellt.

Im USB-Betrieb wurden die Testkandidaten mittels eines 18 cm kurzen USB-Kabels (gemessen von Anschlussspitze bis Anschlussspitze) an den Monitor angeschlossen. Im eSATA-Betrieb stellte der Monitor mit dem vom Festplattengehäusehersteller mitgelieferten USB-Stromkabels die Stromversorgung bereit. Die Datenübertragung erfolgte mittels eines 1 m langen eSATA-Kabels vom Mainboard I/O-Shield.

Als Festplatte kam eine Samsung Spinpoint M7 mit 500 GB (HM500JI) zum Einsatz. Als Testprogramme wurden HD Tach 3.0.4.0 bzw. HD Tune Pro 4.01 verwendet


Testergebnisse
HD Tach Read

HD Tune USB Read

HD Tune USB Write

HD Tune eSATA Read

HD Tune eSATA Write

Erkennen lässt sich hier klar, dass sowohl Raidsonic als auch Scythe von der Leistung identisch sind. Akasa liegt nur im USB-Betrieb mit ca. 1,5 MB/s hinten. Beachtet man hierbei, dass es sich um ein kombiniertes IDE/SATA-Laufwerk handelt, ist dies so oder so zu verkraften.


Fazit
Zusammenfassend lässt sich die solide Leistung aller Kandidaten feststellen. Das Akasa Integral P2NES schwarz (AK-ENP2NES) ist leider im deutschsprachigen Raum nicht mehr erhältlich und ob die reine SATA-Version selbe Leistungswerte aufweist, lässt sich nur spekulieren.


Die Raidsonic Icy Box IB-290StUS-B ist ab knapp 18 Euro erhältlich und bietet sehr gute Leistung mit viel Zubehör. Einziges Manko ist leider die wackelnde Festplatte. Bei häufigen Transporten besteht hier erhöhte Gefahr der Beschädigung.


Scythe's Kamazo 2 e-SATA ist schon ab knapp 13 Euro erhältlich und somit 5 Euro günstiger als das Pendant von Raidsonic. Solide Leistung mit sicheren Halt der Festplatte sowie viel Zubehör auf der einen Seite, leider fehlende Tasche auf der anderen. Kann man auf diese verzichten, erhält man mit dem Kamazo 2 den idealen und günstigen Begleiter für unterwegs.

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Alt 27.01.2010, 18:09   #2
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Du hast vergessen zu erwähnen, dass das Raidsonic Kunststofffüße hat und den Untergrund nicht zerkratzt.

Bei mir wackelt die Festplatte auch, da muss man das Teil aber schon ordentlich schütteln.
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Alt 27.01.2010, 19:12   #3
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Das mit den Füßen stimmt.

Beim schütteln... Naja ordentlich ist relativ. Wenn ich die Festplatte im Rucksack mitnehme dann wird die ordentlich "geschüttelt" lege den Rucksack nicht wie ein rohes Ei ins Auto. Beim Akasa und beim Scythe tut sich eben gar nichts.
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