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Fotografie - Von grundlegenden Techniken bis zum Praxiseinsatz

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Alt 17.01.2008, 20:56   #1
EffizienzGuru
 
Benutzerbild von xpate
 
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Standard Fotografie - Von grundlegenden Techniken bis zum Praxiseinsatz

Fotografie

Von grundlegenden Techniken bis zum Praxiseinsatz


Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Grundlegende Techniken
2.1 Belichtungszeit
2.2 Blende
2.3 Empfindlichkeit
2.4 Fokuspunkt
2.4.1 Manueller Fokus
2.4.2 Autofokus
2.4.2.1 AF.Single
2.4.2.2 AF.Servo
3. Werkzeuge in der Fotografie
3.1 Stativ
3.1.1 Dreibein
3.1.2 Einbein
3.1.3 Stativersatz
3.2 Stativkopf
3.2.1 X-Wege Neiger
3.2.2 Kugelkopf


1. Vorwort
Mit großem Interesse verfolge ich in der letzten Zeit unsere Bilderthreads hier im Forum. Sie alle sind Besuchermagneten. Einige von euch sehen die tollen Bilder dort und stellen sich vielleicht folgende Fragen: "Wie machen die das nur?" oder "Kann ich das eigentlich auch?"
Um euch diese und viele andere Fragen zu beantworten, habe ich diesen Leitfaden zur und über die Fotografie geschrieben.
Dieser Leitfaden soll kein Profiwissen vermitteln. Ich versuche lediglich die häufigsten und wichtigsten Begriffe aus der (digitalen) Fotografie euch näher zu bringen. Doch nicht nur das findet ihr hier. Auch welches Zubehör ihr wie einsetzt und kleine Anleitungen für bestimme Arten der Fotografie könnt ihr hier finden. Um das Gesamtbild abzurunden gibt es noch einen kleinen Exkurs in das wohl wichtigste Gebiet der digitalen Fotografie: Das Bearbeiten der Bilder.
Ich hoffe dieser Thread bringt euch die Fotografie etwas näher und hilft euch, eure nächsten Bilder noch besser zu machen.
Dieser Thread wird Stück für Stück erweitert. Daher lohnt sich immer wieder ein Blick hier rein.
Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen.


2. Grundlegende Techniken
Es gibt viele Möglichkeiten ein Bild technisch zu gestalten. Sprich die Helligkeit des Bildes kann bestimmt werden oder aber auch die Tiefenschärfe oder der Fokuspunkt. In den folgenden Unterkapiteln könnt ihr nachlesen, wie die Möglichkeiten heißen, um ein Bild nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten und was sie genau bewirken.


2.1 Belichtungszeit
Die Belichtungszeit gibt an, wie lange Licht auf den Film oder Sensor der Kamera fällt. Grob kann gesagt werden, dass eine kurze Belichtungszeit nötig ist, um bei guten Lichtverhältnissen ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten. Je dunkler es wird, umso länger muss die Belichtungszeit gewählt werden.
Nicht nur durch die Belichtungszeit wird ein Bild korrekt belichtet. Der Blendenwert und die ISO Empfindlichkeit sind ebenso wichtig für die korrekte Belichtung des Fotos.

Die Belichtungszeit wird in Bruchteilen von Sekunden angegeben, kann aber auch länger als eine Sekunde sein.

Sie könnte daher so aussehen: 2, 1/30, 1/500 oder 1/1000

Auch lässt sich die Belichtungszeit zur Gestaltung des Fotos verwenden. Wie ihr das macht, könnt ihr z.B. im Kapitel über die Sportfotografie (Folgt) nachlesen.

Beispielfotos für verschiedene Belichtungszeiten:

Richtig belichtet Unterbelichtet Überbelichtet


2.2 Blende
Die Blende ist, nach der Belichtungszeit, die zweite Möglichkeit, um für eine richtige Belichtung beim Fotografieren zu sorgen.
Durch eine variable Öffnung im Objektiv, die als Blende bezeichnet wird, kann die Lichtmenge, die auf den Film/Sensor fallen soll, gesteuert werden.
Der Blendenwert wird in Zahlen angegeben. Je kleiner der Blendenwert, umso größer ist die Blendenöffnung. Vergrößert sich der Blendenwert, so wird die Blendenöffnung verkleinert.

Die Blendenreihe mit vollen Blenden:
2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22

Wenn der Blendenwert von einer vollen Blende auf den nächst höheren oder niedrigeren vollen Blendenwert verändert wird, dann verdoppelt bzw. halbiert sich die Lichtmenge, die auf den Film/Sensor fällt.

Sprich: Die Blende wird von 8 auf 11 geschlossen --> Lichtmenge wird halbiert.
Die Blende wird von 8 auf 5.6 geöffnet --> Lichtmenge wird verdoppelt

Durch die Einstellung der Blende lässt sich auch die Tiefenschärfe eines Fotos verändern.
Je geringer der Blendenwert, je geringer ist auch die Tiefenschärfe eines Fotos.
Im Kapitel über die Makrofotografie (Folgt) könnt ihr nachlesen, wieso eine Veränderung und genaue Justierung der Tiefenschärfe wichtig ist.

Beispielfotos für verschiedene Blendenwerte:

Blende 2.8 Blende 4 Blende 5.6 Blende 8


2.3 Empfindlichkeit
Filme in analogen Kameras bzw. Sensoren in digitalen Kameras haben eine bestimmte Empfindlichkeit.
Bei analogen Filmen ist diese Empfindlichkeit fix, sprich sie kann nicht verändert werden. Bei den meisten Digitalkameras kann die Lichtempfindlichkeit des Sensor direkt verändert werden.
Grob kAnn gesagt werden: Je empfindlicher ein Sensor/Film ist, umso weniger Licht muss auf darauf fallen, damit dieser korrekt belichtet wird.
Eine Erhöhung der Empfindlichkeit ist dann empfehlenswert, wenn, bedingt durch die Lichtverhältnisse, eine geforderte oder gewünschte Belichtungszeit nicht mehr eingehalten werden kann, weil es eben zu dunkel ist.
Die Empfindlichkeit der Sensoren wird bei Digitalkameras häufig in ISO (ASA) angegeben.
Einige Beispiele für verschiedene ISO(ASA)-Werte sind: 100, 200, 400, 800, 1600, 3200.

Eine Erhöhung der Sensorempfindlichkeit ist leider kein Allheilmittel. Denn eine Erhöhung hat leider oft einen eklatanten Nachteil: Das Bildrauschen wird erhöht. Wie stark das Rauschen ausfällt, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. So zum Beispiel von der Höhe der Empfindlichkeit oder der Pixeldichte auf dem Sensor.

Beispielfotos für verschiedene Empfindlichkeitswerte:

ISO 200 ISO 400 ISO 800 ISO 1600


2.4 Fokuspunkt
Ein wichtiger Punkt für die Qualität eines Fotos ist die Schärfe des Motivs. Nanu denken sich nun vielleicht einige, denn im Kapitel über die Blende war doch schon angegeben wie die Schärfe eingestellt wird. Über die Blende wird nur die Tiefenschärfe geregelt und nicht die eigentliche Schärfe des Motivs. Diese wird nämlich über den Fokuspunkt geregelt und da gibt es nun zwei verschiedene Möglichkeiten, diesen zu setzen und zu kontrollieren.


2.4.1 Manuelle Fokussierung
Zu erst gehe ich auf die manuelle Fokussierung ein. Diese war, vor der Erfindung des Autofokus, die einzige Möglichkeit, das gewünschte Motiv scharf zu stellen. Viele aktuelle Digitalkameras bieten nicht mehr die Möglichkeit, manuell in den Fokus einzugreifen. Lediglich Spiegelreflexkameras und wenige Kompaktkameras bieten diese Möglichkeit.
Im Prinzip ist die manuelle Fokussierung ganz einfach. Am Objektiv ist ein Drehring, über den das gewünschte Motiv scharf gestellt wird. Ist das getan, kann das Foto gemacht werden.
Aber wieso gibt es den manuellen Fokus immer noch, wenn die Kamera es auch selbst könnte?

1. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist der Autofokus oft fehlerbehaftet und nur durch die manuelle Fokussierung kann das gewünschte Ergebnis erzielt werden.
2. Durch die sehr geringe Schärfentiefe kann in der Makrofotografie der Schärfepunkt durch die manuelle Fokussierung deutlich besser bestimmt werden.

Das sind nur zwei von vielen Gründen, warum immer noch Kameras und Objektive mit der Möglichkeit zum manuellen Fokussieren gebaut werden.


2.4.2 Automatische Fokussierung
Nach dem ihr nun die manuelle Fokussierung kennen gelernt habt, komme ich nun zum Autofokus. Im Gegensatz zur manuellen Fokussierung braucht man beim Autofokus deutlich weniger machen, um das gewünschte Motiv scharf zu stellen. Bei den meisten Kameras braucht man den Auslöser nur halb herunter drücken und schon fokussiert die Kamera automatisch auf die gewünschte Stelle.
Ob sich das Motiv dafür in der Mitte des Bildes befinden muss oder auch am Rand sein darf, ist abhängig von der Anzahl und Anordnung der so genannten Fokusfelder. Die Anzahl und Anordnung ist bei jedem Kameramodell verschieden.

Befindet sich das Motiv auf einem dieser Fokusfelder, kann die Kamera automatisch auf das Motiv fokussieren. Liegt das Motiv aber außerhalb eines Fokusfeldes, so muss man entweder die Kamera so ausrichten, damit das Motiv auf einem Fokusfeld liegt oder man greift zur manuellen Fokussierung, wenn diese Möglichkeit gegeben ist.
Bei einigen Digitalkameras, darunter eigentlich alle Spiegelreflex, unterscheidet man zusätzlich noch zwischen zwei verschiedenen Autofokusmethoden.


2.4.2.1 Autofokus für statische Motive
Diese Art der Fokussierung ist dafür gemacht, um sich nicht oder nur leicht bewegende Motive zu fotografieren. Durch das halbe Herunterdrücken des Auslösers fokussiert die Kamera automatisch auf das Motiv und fokussiert erst neu, wenn der Auslöser erneut halb gedrückt wird.
Bei Pentax wird diese AF Methode "AF.S" genannt. Canon dagegen nennt sie "One Shot".


2.4.2.2 Autofokus für sich bewegende Motive
Was aber, wenn sich das gewünschte Motiv schnell bewegt? Dafür gibt es den Autofokus für sich bewegende Motive. Bei dieser Methode wird ebenfalls fokussiert, wenn man den Auslöser halb herunterdrückt. Im Gegensatz zur eben vorgestellten Methode bleibt er hier aber nicht stehen, sondern fokussiert bei jeder Bewegung sofort nach. Dieser Modus bietet sich besonders für Sportaufnahmen an.
Pentax nennt diesen Modus "AF.C" und Canon "AI Servo".


3. Werkzeuge
Ein Foto wird nicht nur durch die richtige Belichtung usw. beeinflusst. Auch andere Kriterien sind von Bedeutung, um z.B. das Aufnehmen eines Fotos erst zu ermöglichen oder dem Foto das gewisse Etwas zu verpassen. Einige dieser Möglichkeiten stelle ich euch in den nächsten Unterpunkten vor.


3.1 Stativ
Stative haben in der Fotografie viele Einsatzgebiete. So ist z.B. bei Langzeitbelichtungen, wie Nachtaufnahmen, ein Stativ zwingend erforderlich. Denn ab einer bestimmten Belichtungszeit ist ein Foto aus der freien Hand nicht mehr verwacklungsfrei zu machen.
Generell sollte aber, wenn die Möglichkeit gegeben ist, ein Stativ verwendet werden.
Denn mit Hilfe des Stativs verwackeln die Bilder nicht mehr, dadurch sitzt dann auch die Schärfe, das Bild kann gerade ausgerichtet werden und und und.
Es gibt viele Arten von Stativen und ich bringe euch hier einmal die zwei wohl wichtigsten Arten näher.


3.1.1 Dreibein
Wie der Name schon sagt, hat das Dreibeinstativ drei Beine. Diese Beine können einschiebbar oder auch einklappbar sein.
Ein Dreibeinstativ ist für die meisten Einsatzgebiete das Stativ der Wahl, da es die meiste Standfestigkeit bietet.
Doch nicht jedes Dreibein ist gleich. Beim Kauf eines Dreibeinstativs sollte man darauf achten, dass das Stativ stabil genug ist, um die eigene Kamera stabil und verwacklungsfrei zu halten. Für eine kleine Kompaktkamera reicht daher häufig ein kleines und günstiges Stativ aus. Nutzt man dagegen eine DSLR und evtl. sogar ein großes Teleobjektiv, dann muss das Stativ unter Umständen mehrere Kilogramm tragen und muss daher sehr stabil sein, was häufig mit einem recht hohen Kaufpreis verbunden ist.


3.1.2 Einbein
Im Gegensatz zum Dreibein besitzt das Einbeinstativ nur ein einziges Bein und ist daher nur begrenzt einsetzbar. Das Einbein wird häufig in der Sportfotografie eingesetzt, da dort sehr oft große und damit auch schwere Teleobjektive zum Einsatz kommen. Daher dient das Einbein häufig als Tragehilfe, kann aber, richtig eingesetzt, eine genauso große Hilfe wie ein Dreibeinstativ sein.


3.1.3 Stativersatz
Was ist wenn mal gerade kein Stativ zur Hand ist und man möchte unbedingt die eine Aufnahme machen? Dann gibt es häufig auch Möglichkeiten, um das Foto verwacklungsfrei im Kasten zu haben. So kann z.B. eine Mauer oder die Schulter eines Bekannten als Stativersatz dienen. Sprich alles was still hält und wo die Kamera schadenfrei abgestellt werden kann, genügt im Notfall als Stativersatz.
Es werden aber auch gerne kleine Stoffsäcke, die mit Reis oder Bohnen gefüllt sind, genutzt. Diese lassen sich sehr gut formen und so kann die Kamera passgenau dort abgesetzt werden.


3.2 Stativkopf
Ein Stativkopf ist die Einheit, die zwischen dem eigentlichen Stativ und der Kamera sitzt. Der Stativkopf dient dazu, die Kamera auszurichten. So kann man mit Hilfe des Stativkopfes z.B. die Kamera vom Querformat ins Hochformat drehen.
Auch beim Stativkopfkauf sollte darauf geachtet werden, dass er passend zur Kamera dimensioniert ist.


3.2.1 X-Wege Neiger
Eine Art eines Stativkopfes ist der Ein-, Zwei- oder Drei-Wege Neiger.
Ein Ein-Wege Neiger hat eine Achse, der Zwei-Wege hat zwei Achsen und der Drei-Wege folglich drei Achsen. Jede dieser Achsen wird mit Hilfe eines Drehgriffes fest- und lose geschraubt.
Die erste Achse ist zum drehen der X-Achse. Mit der zweiten Achse kann der Kopf auf der Y-Achse gedreht werden. Und falls der Stativkopf ein Drei-Wege Neiger ist, kann sogar zusätzlich noch die Kamera auf der Z-Achse ausgerichtet werden.
Durch die Möglichkeit die Kamera auf den Millimeter genau auszurichten ist ein X-Wege Neiger besonders präzise und auch besonders sicher. Diese Art des Stativkopfes wird daher auch als "langsam" bezeichnet.


3.2.2 Kugelkopf
Ein Kugelkopf funktioniert dagegen einfacher. Man muss sich so einen Kugelkopf ähnlich wie ein Gelenk vorstellen. Dadurch ist der Kugelkopf sehr schnell zu verstellen. Bei den meisten Kugelköpfen muss nur eine Schraube oder ein Hebel gelöst werden und schon kann er verstellt werden. Dafür ist aber auch nicht so präzise wie ein X-Wege Neiger und es wird behauptet, ein Kugelkopf wäre nicht so sicher, da die Kamera leicht kippen könnte. Die meisten modernen und wertigen Kugelköpfe besitzen aber Mechanismen, die einen solchen Sturz verhindern.

Wird fortgesetzt
__________________

Geändert von xpate (02.07.2008 um 07:19 Uhr)
xpate ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2008, 22:18   #2
Spezialist
Mr. Blu
 
Benutzerbild von Don Vito
 
Registriert seit: 10.2006
Ort: Isling (Bayern)
Beiträge: 4.760
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Endlich mal was für "DAUS" wie mich.
Habe ehrlich gesagt keinen Plan vom anständigen fotografieren, da bringt so ein "Grundkurs" einiges...
THX, sehr gut und verständlich umgesetzt
Don Vito ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.07.2008, 07:20   #3
EffizienzGuru
 
Benutzerbild von xpate
 
Registriert seit: 02.2007
Ort: Ostfriesland
Beiträge: 895
Standard

Ein kleines Update ist da.
In der nächsten Woche kommen noch einige weitere interessante Sachen hinzu

Gruß Jan
__________________
xpate ist offline   Mit Zitat antworten
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