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Overclocking / Stromsparen - Intel oder AMD?

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Alt 17.06.2013, 14:40   #1
Anfänger
 
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Beiträge: 15
Standard Overclocking / Stromsparen - Intel oder AMD?

Hallo Ihr,

Ich möchte mein in die Jahre gekommenes System endlich mal updaten:

Gigabyte P35-DS3
C2D 6600@3GHz
3GB DDR2@1000MHz
NVidia 9800GTX+ 512MB

Zielsetzung: Maximale Leistung durch Overclocking für Videobearbeitung (Sony Movie Studio Platinum 12) und im normalen Betrieb so wenig Verbrauch wie möglich, gern auch durch Underclocking, und das zu einem vertretbaren Preis.

Was meint Ihr, Intel oder AMD? Ich habe einen haarsträubenden Bericht gelesen, wo ein übertakteter FX-8350 (4,33GHz) unter Last mehr als doppelt so viel verbraten hat wie ein ebenfalls übertakteter i5 3570K. Wie es im Idle aussieht, stand dort leider nicht, das ist aber sehr viel interessanter, da der Rechner natürlich viel öfter in diesem Zustand ist. Mein PC ist eigentlich immer an, wenn ich zu Hause bin.

Also, wer hat das bessere Energiemanagement? Welche Chipsätze braucht man? Mir geht es hier nicht um einen Vorteil von 10W, sondern eher um eine ganzheitliche Senkung meines Stromverbrauchs. Wenn ich mich richtig erinnere, verbaucht mein System im Idle 240W seit ich die 9800GTX drin habe. Zuvor mit einer passiv gekühlten NVidia GS7600 waren es glaub ich 170W. Eine Funktion, wo die Grafikkarte abgeschaltet wird, wenn keine Leistung benötigt wird, wäre hier also super, bei modernen CPUs setze ich das sogar voraus (Aber auch hier, wer macht es besser?).

Das Problem ist nämlich, dass ich nur 1-2 mal im Jahr (Keine Übertreibung!) meine Spielphase habe.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mich von dieser Seite mal etwas beraten könntet, ich bin doch ziemlich raus aus dem Thema.
namxi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.06.2013, 19:01   #2
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Ort: Halle (Saale)
Beiträge: 2.955
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Willkommen im Forum!

Bei dem Idle-Verbrauch kommt es stark auf die Hauptplatine an. Ansonsten liegen die Werte bei AMD und Intel dank der zahlreichen Stromsparmechanismen auf einem ähnlichen Niveau (FX-8350 zu i5-3570K zwischen 0 und 10 W mehr, eben je anch Mainboard und sonstiger Ausstattung). Anders sieht es unter Volllast aus. Hier liegen die Intel-Prozessoren gegenüber den AMD-Pendants im Vorteil (ca. 100 W mehr bei FX als beim i5). Ansonsten lässt sich durch Undervolten meist nur am Lastverbrauch drehen (beim FX üblicherweise zwischen 15 und 30 W), da durch die besagten Energiesparmechanismen im Idle schon so ziemlich alles herausgeholt wird, was geht.
Die Frage ist bzgl. Stromverbrauch lediglich: Wie oft und wie lange ist der Prozessor unter Volllast?

Anders sieht es bei den Mainboardpreisen aus. Platinen für die 3. Core i-Generation sind bei gleicher Ausstattung etwas teurer als die AMD-Platinen.

Ebenfalls liegt zwischen dem i5-3570K und dem FX-8350 ein Preisunterschied von 25 Euro. Dafür beitet der FX das modernere Featureset (FMA4), kann mit ECC-Speicher umgehen (für Desktop-PCs allerdings eher unerheblich) und besitzt 8 Integer-Kerne (dafür jedoch "nur" vier Fließkomma-Recheneinheiten). Wenn es also um Multithreading, AES-Verschlüsselung und FMA4-Funktionen geht, ist der FX die bessere Wahl.
Der i5-3570K liegt durch die 4 Kerne bei Multithreading-Anwendungen leicht hinter dem FX, kann aber dafür bei Singlethread-Anwendungen und Anwendungen, welche nur von max. 4 Kerne profitieren, punkten und den FX um etwa 10% überflügeln, kostet aber dafür 15% mehr. Legt man das Computerbase-Preis-Leistungs-Ratung zugrudne, wäre der FX die bessere Wahl über alle Anwendungen und Spiele hinweg.
Soll es ein reiner Spiele-PC werden, nimm den i5.

Chipsätze:
Für den AMD-Prozessor benötigt man eine AM3+-Platine. Um die Vollausstattung zu bekommen, sollte es dann aber auch der 990FX-Chipsatz sein. Kann man mit weniger PCIe-Steckplätzen auskommen, reicht auch der 990X bzw. der 970X-Chipsatz aus. Gute Platinen wären aus eigener Erfahrung das Asus Sabertooth 990FX (derzeit auch als Version mit der 3. PCIe-Generation zu bekommen), das ASUS M5A99FX Pro R2.0, ASUS M5A99X Evo R2.0 und das ASUS M5A97 Evo R2.0.
Der Intel-Prozessor benötigt eine Platine mit Sockel 1155. Hier sollte man aber bereits zum Z77-Chipsatz greifen. Eigene Erfahrungen habe ich hier bisher nur mit dem ASUS P8Z77-V Pro (über meinen Job werden Kunden-bedingt sonst ausschließlich APUs von AMD verbaut, selten AM3+-CPUs).

Mit einer modernen Grafikkarte von AMD (ab HD7xxx) oder NVIDIA (ab der 6xx-Generation) gepaart, sollte jedes aktuelle System deutlich unter 100 W im Idle verbrauchen (mein System mit FX-8120, 8 GB RAM, SSD, 2 HDDs, HD6970 mit 1 Monitor und 80+Gold-Netzteil liegt bei gerade einmal 68 W). AMD bietet unter bestimmten Voraussetzungen Zero-Core-Power, was den Verbrauch der GPU auf bis zu 3 W im Idle senkt.

Ansonsten gilt noch zu beachten:
- Der FX benötigt für volle Leistung gemäß Spezifikation DDR3-1866.
- Intel hat gerade erst die 4. Core i-Generation auf den Markt geworfen. Hier benötigt man dann aber Mainboards mit Sockel 1150 (noch recht teuer). Ebenfalls sollte es hier dann der etwas teurere i5-4670K sein (hat zwar die gleichen Taktraten wie der i5-3570K, ist aber etwas schneller)
-die i5 benötigen für die volle Leistung gemäß Spezifikation DDR3-1600
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smoothwater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.06.2013, 11:12   #3
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Wow, Danke für die umfangreiche Antwort!

Ich tendiere mittlerweile eher in Richtung Intel, und zwar wegen dem Übertaktungsgedanken. Mehr Verlustleistung heißt für mich auch bessere Kühlung nötig = lauter und ggf. früher Schluss. Somit wäre AMD wohl nicht die erste Wahl.

Aber: Dieses Zero Core Power Feature klingt ja mal sehr interessant. Andererseits wird eine CPU im Idle vermutlich nicht sooo wahnsinnig viel verbrauchen, und es hängt wohl auch noch von der Grafikkarte ab. Da wollte ich jetzt nicht unbedingt auch noch eine neue kaufen.

P.S.: Danke für den Willkommensgruß, aber geht man nach dem Registrierungsdatum, müsste ich eigentlich Dich willkommen heißen.
namxi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2013, 05:13   #4
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Hab ich doch glatt das "zurück" vergessen ^_^

Mit OC zieht auch ein Intel gehörig mehr aus der Steckdose ;-)
Andererseits bekommt man die K-Modelle mit gutem Kühler häufig bis 4,5 GHz getaktet, was einen deutlichen Leistungsschub bringt.
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smoothwater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2013, 15:37   #5
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Genau, bei AMD hört man öfter von Problemen, wenn man sich 1GHz über Serientakt nähert, teilweise auch schon deutlich darunter.
namxi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2013, 20:18   #6
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AMD-CPUs übertakten ist nicht ganz so einfach, dass stimmt.
Die Phenoms und FX gieren förmlich nach NB-Takt. Mein FX-8120 schafft 2,65 GHz NB-Takt mit Standardspannung und Standard-CPU-Multi. Das bringt meist schon eine ganze Stange Mehrleistung. Als grobe Faustregel galt schon bei den Phenoms: 100 MHz NB-Takt wirken sich je nach Benchmark wie 50-100 MHz CPU-Takt aus. Maximal ist bei meinem mit 4,89 GHz bei 1,46 V, 2,44 GHz NB-Takt und Grundtakt von 203,7 MHz Schluss (Wakü). Das sind stolze 1,79 GHz über dem Standardtakt...mit entsprechendem Stromverbrauch (76 W Idle und deutlich mehr unter Last ^^)

Die Takterhöhung um 1 GHz ist auch bei Intel nicht so einfach. Hier ist eben oft bei 4,5 GHz Schluss. Der niedrigste Grundtakt liegt schließlich auch hier bei 3,3 GHz (i5-2500K).
Und leider sind die IvyBridge ungeköpft nicht soo dolle. Da ging mit den SandyBridge deutlich mehr. Mal schauen, wie sich Haswell so schlägt.
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