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Alt 14.12.2008, 13:36   #7
Tremeloes
Könner
 
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Zitat:
Am Dynamikumfang habe ich mich aber tatsächlich schon immer gestört. Ich halte es für übertrieben zu behaupten, dass eine digitale Kamera diesen in 99% der Fälle ausreichend abzudecken vermag. Ok, hier in Europa vielleicht, aber fahrt ihr mal nach Australien, da herrscht anderes Sonnenlicht. Aber auch hier gibt es so verdammt viele Szenen, die ich mit meinen Augen sehe und mich darüber ärgere, sie niemals festhalten zu können, weil die Kamera es unmöglich ablichten kann. Insbesondere bei Nachtaufnahmen wird es hier schnell schwierig.
hier fällst du leider auf den größten Lügner der Welt rein, deinem Auge. der Dynamikumfang deines Auges ist nämlich geringer als der heutiger Aufnahmematerialien. dein Auge passt aber sein Blende derart schnell an die Lichtsituation an, daß es dir diesen Umfang vorgaukelt. ich kenne das nur aus Grichenland, wo auch ein ganz anderes, klares Licht vorherrscht. du schaust in die Landschaft, ganz allgemein - alles sieht gut aus. wenn du sich jetzt auf ein Schattengebiet konzentrierst, passt sich dein Auge dem an. in diesem Moment würden dir die Lichter ausfressen. das kannst du aber nicht kontrollieren, weil wenn du dich auf die Lichter konzentrierst sich dein Auge zu schnell wieder auf diese eingestellt hat. zudem weiß dein Hirn, was du schon gesehen und erkannt hast und ergänzt dieses automatisch.

Zitat:
Ich bilde mir noch nicht ein zwischen analog und digital unterscheiden zu können, aber durchaus den Unterschied zwischen RAW und Jpeg zu erkennen.
wenn man mal selbst im Labor gestanden hat und Bilder vergrößert hat, kann man das recht schnell erkennen. Bilder vom Negativ haben eine ganz anderer Struktur. digi Abzüge sehen dagegen irgendwie zu glatt aus (finde ich).

Zitat:
Tremeloes, Deine Meinung kommt meiner jedoch sehr nahe, wobei ich es mir natürlich nicht leisten kann so zu denken. Und da kommt wieder ins Spiel, was der Kollege Kahuna meinte: analoge Fotografie geht langfristig ins Geld.
ja und nein... der Vorteil bei der analogen Kamera ist, man investiert ein mal in die Kamera und Objektive, Entwicklungsmaschine, Labor. dazu kommen natürlich die Verbrauchsmaterialien.
SW mache ich zB. noch viel auf Film. letzten Sommer wurde ich genötigt eine Hochzeit zu fotografieren und bin auch mit der Mittelformat angetanzt. auf einen Rollfilm (ca.3,5€) gehen 12 Aufnahmen. pro Film sind bei mir 9-10 Bilder verwertbar.

dagegen kann man jetzt die Anschaffung der digitalen Ausrüstung setzen, den passenden PC/Mac, Drucker und die Verbrauchsmaterialien. für den Rechner und die Kamera steht das etwa alle zwei Jahre wieder an.

das wird sich natürlich ändern, wenn die Digitaltechnik sich mal auf einem Level eingependelt hat. im Moment ist halt die Umbruchszeit - meine High End Analaoge von vor 10 Jahren ist heute immer noch eine High End. die digitale von vor 10 Jahren ...

Zitat:
Wobei ich Dir in einem Punkt widerspreche, Kollege: Es geht weniger um das Produzieren von guten Fotos als mehr um das erkennen ihrer technischen Qualität.
auch hier ein jein. wenn man damit Geld verdient, geht es meist nur noch um das Produzieren guter Endergebnisse. diese müssen natürlich technisch Einwandfrei sein.
Bespiel einer meiner letzten Jobs: Vorstandsportraits für die Mitarbeiterzeitung, Zielgröße der Bilder im Druck ca 3x4 cm.
ich könnte jetzt mit der Hasselblad mit 30 Mio Pix anrücken, der kompletten Studioblitzanlage, Laptop zur direkten Kontrolle usw. Endergebnis: Bilder, die technisch einwandfrei druckbar bis zu Din A2 sind und ca. 400GB Datenmüll.
theoretisch ausreichend: meine alte Ixus V2 (2MP) und drei Aufsteckblitze. vollkommen ausreichend, um für die Zielgröße ein technisch einwandfreies Bild zu erstellen.
Ich lag dann irgendwo zwischen den beiden mit meinem Marschgepäck...

Zitat:
ein paar Profifotografen näher ansehen und entdecken, dass auch Unschärfe ihren Reiz hat. Manche Bilder sind ja haarscharf an der Grenze, viele aber trotzdem genial.
das wird dann schon fast philosophisch. ein paar der besten Bilder, die ich gesehen habe sind durchaus technisch ... miserabel. gut ist das Bild, wenn es gefällt.
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